Reisen mit Flo und Helene

Blauer Emil

Autor: Helene Seite 1 von 2

Emils Tattoo

Emil’s fancy tattoo

Alleinstellungsmerkmal Folierung

Emils metallic-blau ist wirklich hübsch. Leider ist es nicht ganz so einzigartig, wie wir dachten. Mit Entsetzen haben wir festgestellt, dass es noch eine Handvoll andere blaue VW T5 in der Nachbarschaft gibt. Also haben wir uns entschlossen, ihn von der Masse abzuheben. Der Entschluss, eine Folierung anzubringen, wurde Ende Februar 2022 endlich in die Tat umgesetzt. Sie ist zwar nicht allzu günstig, aber einmalig und im Notfall verschwindet sie innerhalb weniger Minuten wieder.

Die Platzierung am Fahrzeug haben wir uns nicht lange überlegt. Wo sollte eine Folierung besser zur Geltung kommen als auf dem Dach? Nein, Spaß beiseite, wir haben jene Seite ins Auge gefasst, auf der keine Schiebetüre ist.

Das Design war auch bald umrissen, es sollten Berge werden, und ein bisschen Campingfeeling. Ich gebe zu, ich habe mir Zeit gelassen bei der Gestaltung der Motiv-Vorlage. Ich habe online Grafiken von Berggipfeln gesucht und habe sie auf ein Blatt Papier abgezeichnet. Dann habe ich Bäume gesucht, dann ein Zelt, … ich habe alle Elemente, die mir gefallen haben, auf meinem Papierentwurf zusammengebracht. Natürlich muss man da ein bisschen auf die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente schauen und auch auf das Bildverhältnis, das auf Emils Breitseite Platz hat. Ich habe mein Werk also einige Male wieder umgezeichnet, und auch neue Elemente ausprobiert. Irgendwann war ich zufrieden. Einscannen, Adobe Illustrator (nicht) verstehen und eine Vektor-Grafik daraus machen (danke Nina, für die Hilfe!). Natürlich hätte ich auch gleich alles digital zeichnen können, aber dafür reichen meine Kenntnisse und meine Ausstattung leider nicht aus.

Octopus Werbeservice
Meine Kollegin Sarah von Octopus Werbeservice, hat mir daraufhin ein Angebot erstellt. Dann haben wir auch schon einen Termin ausgemacht!

Eines schönen Mittwochs (und ja, es war wirklich sonnig, und zum Glück nicht regnerisch und dreckig) haben wir einen Ausflug ins schöne Brixental gemacht und noch ein paar unwichtige Details geklärt, wie etwa die Farbe der Folie und, ob wir Emil nur einseitig, oder nicht doch auf beiden Seiten bekleben lassen möchten.

Dann durften wir essen gehen und die fleißigen Monteure haben unserem Emil ein schmerzloses Tattoo verpasst. Uns gefällts 🙂

Schönere Bilder folgen bald… 😉

Oil warning

Sherlock Holmes – The adventure of the empty battery

oder: Emil und die Detektive!

Zwei Tage nach unserer Rückkehr aus Frankreich (und der Geschichte mit der Öl-Warnleuchte) wollten wir Emil wieder in Betrieb nehmen. Er war irgendwie „unresponsive“. Man kannt ja die Geschichten, von Autos, die nicht mehr starten wollen, von kaputten Batterien,…
Wir hatten es hier aber mit einer Arbeitsverweigerung der ganz üblen Sorte zu tun: nicht einmal mehr die Fernbedienung für die Zentralverriegelung wollte ihren Dienst tun…

Florian hat die Lage relativ schnell erfasst, hat sich über das Schlüsselloch (wann habe ich das letzte Mal einen Autoschlüssel im Schloss an der Autotür gedreht…?) in der Fahrertür Zugang zum Innenraum verschafft. Motorhaube auf! Die Messung ergab eine Ladung von Null – die Batterie hatte es offenbar hinter sich. Nach unserer langen und problemlosen Fahrt nach Frankreich und wieder zurück war das zwar etwas ungewöhnlich, aber so eine Batterie geht schon mal kaputt.

Jedenfalls mussten wir eine neue Batterie besorgen. Ich habe dabei einiges gelernt: nämlich WIE schwer diese Dinger wirklich sind… und wie teuer!

Die passende Batterie war bald beschafft und eingebaut – vorm Haus versteht sich, weil Emil bewegte sich keinen Zentimeter – und Florian wollte erkunden, ob es wohl an der selbstgebauten Einrichtung liegt, dass die Batterie so stark entleert wurde. Er hat gemessen, was das Zeug hält. Jedes kleine Kabel, das irgendwie einen Einfluss auf die Autobatterie haben könnte. Aber er hat keinen Fehler in seiner eigenen Elektronik gefunden.
Was er aber herausfand: Emil entleerte auch seine neue Batterie gleich wieder so stark, dass sie über Nacht wieder kaputt wäre. Hm?!

Emil wurde also außer Gefecht gesetzt, die Batterie wurde abgeklemmt und ein Termin in der Werkstatt vereinbart. Ein Profi musste her, der sich mit Autoelektrik auskennt. Wir schlossen die Batterie also wieder an, brachten Emil zur Werkstatt, klemmten die Batterie wieder ab, schrieben dem Mechaniker einen Liebesbrief mit einer Erklärung, warum er das Schlüsselloch verwenden und die Batterie wieder anschließen sollte. Und wir warteten.

Es dauerte eine ganze Weile, bis uns der Mechaniker mit seinem Fund erhellte: es war das Autoradio. Ernsthaft? Wir haben einiges an Elektrik im Auto modifiziert, aber eines der wenigen Originalteile – das unscheinbare, kleine Retro-Autoradio – hatte irgendwo plötzlich einen Kurzschluss und saugte deshalb die Batterie leer.

Wir haben anstatt der Batterie nun also das Autoradio abgeklemmt…

THE END.

 

PS: vielleicht besorgen wir uns ein neues, altes Retro-Radio, bis dahin fahren wir leider ohne Musik…

Frankreich - Normandie

La Bretagne avec Émil

Spätsommer an der Atlantikküste

Ah qui… la Bretagne… une des plus belles parts de la France. Naja, ehrlich gesagt sind die meisten Teile Frankreichs sehr beeindruckend und als Reiseziel gut geeignet. Wir haben uns diesmal eben für die Bretagne entschieden, wobei wir zuvor – weil es so schön war – ein paar Tage in der benachbarten Normandie hängen geblieben sind.

Destination

Frankreich ist vielschichtig. Nicht ohne Grund wird sie „la grande nation“ genannt. Auf unserer Reise quer durch das ganze Land haben wir verschiedenste Landschaften, Vegetationen, Mikroklimata und Siedlungsformen entdeckt – zwischen hohen Bergen, weiten sanften Ebenen und schroffen Klippen am Meer.

Unsere Route führte uns von der deutschen Grenze bei Freiburg ans andere Ende Frankreichs in die Bretagne. Wir waren Mitte September unterwegs, hatte also die Hauptreisezeit hinter uns, aber dafür so manchen Tag, an dem das Wetter nicht ganz so gnädig war.

Du willst wissen, wo wir uns herumgetrieben haben?

Einblick ins Reisetagebuch

Bodensee – Nancy – Reims – Beauvais – Caen:
Los ging es von zuhause über den Bodensee nach Deutschland. Weil wir mitten in der Nacht starteten, kamen wir recht rasch voran und machten unsere erste größere Pause in Freiburg. Dort spazierten wir eine Runde um den Badesee und suchten ein sonniges Plätzchen zum Mittagessen. Gestärkt gings dann im Auto weiter über die Grenze und Richtung Nordwesten. Den ersten Stop für die Nacht legten wir im Camping Domaine de la Nature (Beschreibung im Beitrag „Campingplatzguide“) in Vailly-sur-Aisne in der Nähe der Stadt Reims ein. Es war ein langer Tag, aber wir hatten mit über 850km einen großen Teil der Strecke geschafft. Die Nacht verbrachten wir neben einem idyllischen Kanal und zwischen Hühnern, Katzen und französischen Dauergästen.

Frankreich - Vailly-sur-Aisne

Der zweite recht lange Fahrtag führte uns nördlich von Paris, durch die Regionen Champagne-Ardenne und Picardie bis in die Normandie. Wir hatten nochmals etwa 400km zurückgelegt und dann: Ooooohhhh, la mer ! Weil wir armen Binnenstaatler kein Meer zuhause haben, ist eine steife Brise und die unvergleichliche Meeresluft beim Öffnen der Autotüre für viele von uns ein Inbegriff von „Ja! Ich bin im Urlaub angekommen!“ So ging es auch mir am Strand von Luc-sur-mer. Es war kalt und windig, aber das Rauschen des Meeres am endlos langen, flachen Sandstrand war magisch.

Wir waren also an den Stränden der Normandie gelandet, wie schon 80 Jahre zuvor die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten der Alliierten.

Frankreich - Luc-sur-mer

Die Landungsstrände der Normandie (les Plages du Débarquement):
An den Ufern des Ärmelkanals hatte der große Gegenschlag der Alliierten Mächte im Jahr 1941 seinen Anfang genommen. Und ja, auch heute noch ist es DAS Thema der Region. In jedem Örtchen entlang der über 200km langen Küste zwischen Le Havre und Cherbourg gibt es Museen, Denkmäler, Fotos an Laternenmasten und Zeichnungen an Mauern, Bauwerke, Einschusslöcher, Straßennamen und viele andere Zeugen dieser fürchterlichen Zeit.

In Graye-sur-mer haben wir uns für zwei Nächte auf einem netten, einfachen, etwas unscheinbaren Campingplatz einquartiert (Camping Clos du Moulin – Beschreibung im Beitrag „Campingplatzguide“) und zum ersten Mal unsere Fahrräder aktiviert. Obwohl das Wetter eher schlecht als recht angekündigt war, haben wir ein bisschen Sonne und einen trockenen Tag erwischt und eine kleine Radtour nach Arromanches-les-Bains gemacht. Wir haben uns das 360° Filmmuseum angesehen, und einige Denkmäler erkundet, aber vor allem hat es uns der endlos weite, fast menschenleere Strand angetan. Hie und da sieht man verfallene Reste der Landungsbrücken aus dem Meer ragen. Und auch die verschlafenen, altmodischen und etwas vernachlässigt wirkenden Örtchen am Meer mit ihren kleinen Häuschen und sumpfigen Feldern dazwischen waren ein interessanter Anblick. Ganz besonders haben uns die Traktoren gefallen, die am flachen Strand bei Ebbe weit hinausfuhren, wo die dort gezüchteten Muscheln (Miesmuscheln und Austern) „geerntet“ wurden.

Normandie - Landungsstrände

Le Mont Saint Michel:
Die Reise führte uns weiter über Saint-Lô (immer noch in der Normandie) zum wohl bekanntesten Kloster, das im Meer „schwimmt“ – Mont Saint Michel. Schon hunderte Male auf Fotos bestaunt, wollte ich dieses architektonisch-sakrale Kunstwerk nun endlich mit eigenen Augen sehen. Die Anfahrt (erst mit dem Auto auf den heillos überteuerten Parkplatz, den wir uns hätten ersparen können) mit dem Fahrrad über den langen, erst wenige Jahre alten Steg war schon beeindruckend! Wir hatte eher Ebbe und fuhren ein Stück weit über das freigelegte Watt, in dem einige Wanderer herumstapften. Dann, am Eingang zum Kloster, nein zur Stadt, oder vielmehr zur Festung, fühlten wir uns ins Mittelalter zurückversetzt und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Immer weiter kann man sich über kleine Treppchen zwischen den Häuschen aus Stein hinaufarbeiten, bis man irgendwann am eigentlichen Eingang zum Kloster ankommt. Was für ein Anblick! Dieser buchstäbliche Fels in der Brandung ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist schon von weitem ein magischer Anblick, und von innen wie eine eigene in sich abgeschlossene, mittelalterliche Welt.

Frankreich - Le mont Saint Michel

Saint-Malo:
Endlich kamen wir in der Bretagne an. Wenige Kilometer westlich des Mont Saint Michel beginnt sie. Den nächsten Stopp haben wir in Saint-Malo geplant. Wir haben zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, wie schön diese Stadt eigentlich ist. Zwei volle Tage haben wir uns dann dort gegönnt, mit allen Annehmlichkeiten des Touristen-Daseins: Bootsfahrt durch die Bucht, Spaziergang auf der Stadtmauer, Kaffee am Strand, Austern im Hafen und ein Besuch des Meeres-Aquariums. Prädikat: sollte man gesehen haben!

Die meisten Strecken haben wir dabei mit dem Fahrrad (ca. 50km) zurückgelegt, denn unser Campingplatz lag etwas außerhalb der Stadt (La Ville Huchet – Beschreibung im Beitrag „Campingplatzguide“). An dieser Stelle ein Lob auf das sehr gut ausgebaute und angenehme Fahrradwege-Netz in Frankreich. Der Fahrradstreifen in Städten läuft meist am Rand der Fahrbahn, oder auf einem ausgewiesenen Gehsteig-Teil. Am Land werden oft Gehwege, Feldwege oder wenig befahrene Straßen dazu benutzt.

Frankreich - Saint Malo

Carnac:
Vor allem wegen des guten Wetterberichtes (im Herbst darf man die Reiseroute schon einmal ans Wetter anpassen) haben wir uns dann über Rennes Richtung Süden aufgemacht. Nach Carnac. Uns wurde empfohlen, uns die dortigen monolithischen Stätten anzusehen, wir haben aber schnell bemerkt, wie schön es in dieser Gegend generell ist. Wir haben uns also volle fünf Tage am Campingplatz Men Du (Beschreibung im Beitrag „Campingplatzguide“) direkt in Carnac einquartiert und haben jeden Tag mit dem Fahrrad eine andere Richtung eingeschlagen. Lustigerweise haben wir es dabei nicht geschafft, uns den eigentlichen Touristenmagnet, die Halbinsel Quiberon, anzusehen. Wir hatten aber mit den hübschen Buchten und Stränden, Austernzüchtern, Palourdes-Suchen, einem Triathlon und den monolithischen Dolmen, Tumulus, Menhir und Co. wirklich ein großartiges Programm. Auch hier würden wir jederzeit wieder hinfahren!

Frankreich - Carnac

Der Heimweg über Orleans und Colmar:
Unsere Heimreise kam leider wieder viel zu schnell auf uns zu. Sie war lang und wir wollten sie in Etappen machen und einen Zeitpuffer haben (man weiß ja nie). Die erste Etappe fuhren wir bis nach Orléans, wo wir am Stadtrand in einem fürchterlichen Campanile-Hotel schliefen. Wir vermissten unsere ruhigen Campingplätze und den kuscheligen begrenzten Schlafplatz im Auto.

Die zweite Etappe führte uns bis an die deutsche Grenze. Mulhouse ist ein wirklich nettes Städtchen, mit einem hübschen Altstadt-Kern. Viel Fachwerk, Fußgängerzonen, nette Boutiquen und ein großer Stadtplatz mit Dom und Rathaus. Übernachtet haben wir im Hotel Peonia at home (http://www.peonia.fr/new/index.html), nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt. Das war ein Erlebnis: die ehrwürdige Villa (angeblich eine Villa des Seefahrers Dreyfus) wurde sehr geschmackvoll von der Besitzerin restauriert und wird als Bed and Breakfast mit GENIALEM Frühstück geführt.

Frankreich - Mulhouse

Nach dieser tollen Nacht in der Gründerzeit Villa wollten wir auf direktem Wege nach Hause. Dagegen schien aber plötzlich Emil etwas zu haben. Er piepste alle paar Minuten – Tank leer! Nachdem wir uns mit dem letzten Tropfen Diesel über die deutsche Grenze gerettet hatten (in Frankreich ist tanken nochmal teurer als in Deutschland), hatten wir Mühe, im stockenden Freiburger Wochenendverkehr eine Tankstelle anzupeilen. Als das endlich erledigt war und wir erleichtert Richtung Bodensee und Heimat fuhren, piepste er wieder. Diesmal war die Warnleuchte etwas kritischer – Ölstand niedrig! Auf der Überlandstraße im Höllental, auf Höhe der Ravennaschlucht, war es erneut schwierig, eine Tankstelle zu finden. Aber schließlich hatte das Schicksal erbarmen, und wir durften unsere Nachlässigkeit bei der Ölstandkontrolle mit teurem Tankstellenöl bezahlen. Zum Glück nahm Emils Motor keinen nachhaltigen Schaden. Und einige Stunden später haben wir nach einer atemberaubenden Fahrt über den Arlberg wieder zuhause eingeparkt.

Lustigerweise ist hier die Geschichte über Emils Mätzchen noch nicht zu Ende: zwei Tage später wollten wir ihn wieder benutzen, doch die Stromversorgung war tot – selbst die Zentralverriegelung per Fernbedienung ließ sich nicht mehr Öffnen… aber das ist eine andere Geschichte.

Oil warning

Einblick in die Finanzen

Abgesehen vom Reisetagebuch haben wir auch ein bisschen unsere Ausgaben im Blick behalten. Man stellt sich campen ja immer als „billigen“ Urlaub vor… das hängt aber schon sehr stark davon ab, wie man den eigenen Urlaub anlegt, worauf man Wert legt, und, ob man ein bisschen preissensibel agiert, oder eben nicht. Ich würde uns im soliden Mittelfeld des Campierens sehen: wir haben ein paar grundlegende Ansprüche (Dusche, Strom, Ruhe, …), stehen aber gar nicht auf noblen Schnickschnack beim Campen.

 

Frankreich ist ein perfektes Campingland aus meiner Sicht:

  • es gibt viele Campingplätze
  • diese sind sehr gut beschrieben: 2-Sterne steht für die absoluten Basics – 4-Sterne für Pool, Spielplätze, Restaurant, Toilettenpapier am WC und den beliebten deutschen „Brötchenservice“
  • die 2-Sterne-Plätze sind durchwegs günstig (ca. 20 EUR pro Nacht für einen Platz mit Strom) und bieten genau so wenig Comfort, wie wir es mögen: Sanitärhaus (im besten Fall geschlechtergetrennt 😉 und mit warmem Wasser), Abwaschplatz und Müllsammlung.
  • die idyllischsten Plätze liegen meistens relativ versteckt, sind klein und verwinkelt (oft hatten große Campingraumschiffe gar keine Chance, darin zu manövrieren) und bieten die absolute Erholung mit netten Nachbarn.

 

Wir haben in diesen 11 Nächten am Campingplatz genau 228 EUR ausgegeben. Ein Hotel (auch eine billige Absteige) kostet im Idealfall 80 EUR pro Nacht… vive le camping !

Camping La ville Huchet

La Cuisine

Niemand kann in Frankreich Urlaub machen, ohne unweigerlich mit dieser einzigartigen Küche in Berührung zu kommen. Meistens aßen wir im Restaurant zu Mittag. Wenn wir auf Achse waren, suchten wir uns etwas zum Holen oder einen Snack in der Stadt. Abends war kochen am Campingplatz angesagt, da die Campingplätze meistens etwas abseits lagen und wir in der Nacht ungerne Rad fuhren, weil kalt und dunkel. Wir schätzen die französische Art des Essens schon zuhause aus der Ferne immer sehr, aber ganz ehrlich: Frankreich überrascht kulinarisch jedes Mal aufs Neue. Wir waren von der Küche der Bretonen begeistert und hatten einige „erste Male“ zu verzeichnen:

  • Moules frites: der Klassiker unter den bretonischen Gerichten. Die Miesmuscheln werden immer mit Pommes serviert, den Sud kann man sich aussuchen: klassisch mit Weißwein, à la crème, mediterran oder auch ausgefallener. Jedenfalls immer ein Gedicht!
  • Hûitres: die schlüpfrig-salzigen Zeitgenossen leben ja vermutlich noch, wenn man sie schluckt… mit Zitrone oder Vinaigrette verfeinert sind sie auch nur bedingt essbar. Ich bin leider kein Fan geworden… Les coquillages erfreuen in der Normandie und der Bretagne aber einer großen Beliebtheit.
  • Cidre: der typisch bretonische vergorene Apfelsaft ist nicht nur süffig, sondern mit seiner Präsentation (Tonkrug und „Teetassen“) auch immer ein Hingucker auf dem Restauranttisch. Eiskalt genossen ist dieses schon sehr eigenwillige Getränk ein neuer Geheimtipp für uns. Britischer oder gar Österreich schmeck dagegen wie fahles Zuckerwasser!
  • Galette (de sarrasin): passt nicht nur perfekt zum Cidre, sondern schmeckt auch in jeder erdenklichen Variante gut. Mein persönlicher Favorit der Buchweizen-Crêpes: Complète (jambon, fromage, oeuf) avec salade. Flo’s Favorit – die süße Variante: Crêpe au caramel de beurre salé.
  • Bulots: naja, und weil es rund um die Bretagne so viel mehr gibt, kommt auch echt jedes Getier auf den Tisch. Überraschungsauftritt (ich habe wieder einmal eine Vorspeise bestellt, von der ich nicht wusste, was es ist) Meeresschnecke! Sowohl im typisch normannischen Auflauf (Crumble des bulots) als auch komplett pur (wahlweise mit Mayonnaise) sind sie ganz gut essbar – irgendwo zwischen Tintenfisch und Weinbergschnecke 😉
Huîtres
Camping Barcaldine

Campingplatz-Guide

In vielen Staaten Europas ist wildes Campieren zumindest theoretisch verboten. Um einen entspannten Urlaub zu verbringen, suchen wir uns überall dort, wo man nicht wild campen darf, lieber einen offiziellen Stellplatz oder einen Campingplatz.

Hier findet ihr eine Liste der Campingplätze unserer Wahl. Wir hoffen aber auf viele Updates in nächster Zeit. Sie ist nach Destinatonen sortiert und wird so gut wie möglich aktuell gehalten.
Bisher haben wir Campingplätze in folgenden Destinationen besucht:

  • Italien
  • Österreich
  • Schottland
  • Frankreich

Campingplätze in Italien

Stellplatz Gretl am See (Kalterer See):
https://caravanpark-kalterersee.it/

  • Letzter Besuch: 09.2020
  • Preis: 25€/ Nacht (das ganze Jahr gleich, außer einige Feiertage) mit allem (Fahrzeug, Personen, Strom, Wasser)
  • Hier läuft alles vollautomatisch (Check-in und Tor), moderne und saubere Sanitäreinrichtung, ca. 40 Stellplätze (freie Platzwahl – kein Reservieren), die gegen abends (fast) vollständig gefüllt sind. Je voller es wird, desto kreativer die Platzwahl. Man reguliert sich selbst; das ist okay, manchmal aber etwas nervig.
  • Lage: Viele Bäume, meist angenehme Nachbarn, relativ ruhig in der NAcht. Der See ist 5 min zu Fuß entfernt. Als Camper kann man zu bestimmten Zeiten am Strandbad gratis schwimmen gehen.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Sehr gut geeignet als Basis für Ausflüge (zu Fuß, mit dem Fahrrad). Seezugang ist rundehrum relativ schwierig, weil viel Privatbesitz oder abgesperrt ist, ein dicker Schilfgürtel am Südufer und keine freien Flächen.
  • Einkaufsmöglichkeiten: ein vollkommen überteuerter Touristen-Supermarkt beim Strandbad. Für richtiges Einkaufen benötigt man zumindest ein Fahrrad. Das Restaurant Gretl am See ist im Übrigen sehr empfehlenswert für einen Sundowner oder auch zum Abendessen am Seeufer!

Fazit: Super Preis-Leistung, aber man muss sehen, wo man bleibt.

Camping Gretl am See

Camping Romantica (Manerba del Garda):
https://campingromantica.com/de/welcome-de/

  • Letzter Besuch: 08.2020
  • Preis: 47€/ Nacht (Hauptsaison) mit Fahrzeug + 2 Personen
  • Ein riesengroßes Areal, das fest in holländischer Hand ist. Riesige Wohnwägen, Vorzelte und Boote bilden schon fast ein Dorf. Es empfiehlt sich, einen Roller oder ein Fahrrad dabei zu haben, um die endlosen Wege zurückzulegen. Duschen und WCs sind okay, aber lieblos und auf Masse. Toilettenpapier und Seife gibt es nicht. Dafür klebriges Desinfektionmittel.
  • Lage: Viele Bäume, wirklich große Stellplätze mit viel Schatte; direkter Seezugang zum öffentlichen Gardasee-Strand und zur Promenade durch einige Tore im Zaun; viele Nachbarn, denn rund um den Campingplatz stehen einige Blocks mit Ferienwohnungen.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Geeignet als Basis für Ausflüge mit dem Auto, weil es am hügeligen, weitläufigen und verschlafeneren Teil des Gardasees liegt.
  • Einkaufsmöglichkeiten: in Manerba wird man auf jeden Fall fündig. Restaurants gibt es auch genug in der näheren Umgebung.

Fazit: teuer, aber situationsbedingt angenehm leer. In einem normalen Sommer, wenn alles voll ist, ist es wahrscheinlich wie am Festival 

Camping Romantica Manerba

Camping Mabellini (nahe Desenzano del Garda):
https://www.camping-mabellini.com/de/

  • Letzter Besuch: 06.2021
  • Preis: 35€/ Nacht – Stellplatz 7x7m inkl. Strom und Wasser, Fahrzeug + 2 Personen
  • Ruhige Azienda, sehr sauber und nett hergerichtet. Familiär und eher klein. Kleiner Swimmingpool, Liegewiese, Terrasse, hochwertige und stets saubere Sanitäranlagen. Toilettenpapier und Seife ist immer da. Einziges Problem: die Bäumchen sind so klein noch, dass es am Stellplatz null Schatten gibt.
  • Lage: nahe Sirmione direkt in den Weinbergen und Apfelplantagen im Hinterland des Gardasees. Mit dem Auto 10 Minuten vom See entfernt.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Geeignet als Basis für Ausflüge mit dem Auto oder Fahrrad, weil es etwas abseits des Trubels liegt.
  • Einkaufsmöglichkeiten: sie bieten Frühstück und Kleinigkeiten ab Hof an, ansonsten ist Einkaufen nur mit Fahrzeug möglich

Fazit: unglaublich nette Gastgeberin aus Südtirol, familiäres Feeling, passabler Preis und unglaublich gepflegt.

Camping Mabellini

Camping Fontemaggio (Assisi):
https://www.fontemaggio.it/home/campeggio/

  • Besuch: 06.2021
  • Preis: 24€/ Nacht für einen selbstgewählten Stellplatz inkl. Strom mit Fahrzeug + 2 Personen
  • In der Vorsaison kann man hier sehr entspannt die Ruhe genießen. Zumindest dieses Jahr hat es noch sehr wenige Touristen hierher verschlagen, und wir hatten angenehme Nächte dort.
  • Lage: sehr idyllisch gelegen, etwas außerhalb des Städtchens Assisi am Hügel. Der Platz ist sehr weitläufig angelegt, terrassenförmig nach unten in 3 langen Zeilen. Kritikpunkt: es gibt nur ein Duschhaus mit ca. fünf Duschen pro Geschlecht, was bei Vollbelegung sicher etwas eng wird…
  • Ausflugsmöglichkeiten: per Rad und per pedes gibt es so einiges zu erkunden im Umkreis. Ein bisschen bergauf fahren/ gehen muss man aber schon mögen!

  • Einkaufsmöglichkeiten: in Assisi selbst – zu Fuß ca. 20 Minuten vom Campingplatz entfernt. Außerdem gibt es auch einen kleinen Laden mit Eisdiele und sogar ein Restaurant am Campingplatz.

Fazit: Wir werden diesen Platz sicher wieder besuchen, wenn es uns in die Gegend zieht. Der Ort Assisi selbst ist eines der nettesten und saubersten Plätzchen Italiens. Die Tiefebene im Süden und das Hügelland im Norden laden zu weiteren Erkundungen ein.

Camping Fontemaggio Assisi

Agri-Camping Cipollatico (Montespertoli – Toskana): http://www.cipollatico.com/en/home-2/

  • Besuch: 06.2021
  • Campingplätze in der Nähe von Florenz gibt es einige. Die meisten sind eher zweckmäßig angelegt, nahe der Stadt, damit man eine gute Anbindung hat – für Sightseeing. Unser gewählter Platz war 15 km von Florenz im Hinterland im kleinen Ort Montespertoli. Die Anfahrt war okay, das letzte Teilstück nicht asphaltiert einen kleinen Hang hinunter. Für recht große Camper nicht empfehlenswert.
  • Preis: 25€/ Nacht für einen passenden Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom
  • Lage: Der Platz selbst war eher klein (vielleicht 25 Stellplätze), bot aber eine ganz angenehme Aussicht über das Hügelland im Norden und schmiegt sich an den Hügel im Süden. Viele Bäume und etwas terrassenförmig angelegte Stellplätze – wirklich fein. Der Gastgeber – ein älterer „Roberto“, der vermutlich mal beim Militär war, zeigte uns bereitwillig und ohne Hektik den Platz und hieß uns mit Hund „Strike“ willkommen. Ein netter Pool mit Liegewiese und ein passables, etwas renovierungsbedürftiges WC und Duschhaus waren auch schon alles, was es zu sehen gab. Ansonsten konnte man noch Wein erwerben und auf der Veranda konnte man sicher auch einen Espresso haben.
  • Ausflugsmöglichkeiten: nicht weit von Florenz entfernt. Mit dem Fahrrad wäre es sicher nicht schwer erreichbar, aber etwas hügelig. Auf Öffis hätte ich mich nicht verlassen…
  • Einkaufsmöglichkeiten: im Ort ca. 1-2 km vom Campingplatz entfernt.

Fazit: Wir haben uns wohl gefühlt, auch wenn die Anlage etwas in die Jahre gekommen ist.

Agricamping Cipollatico

Agri-Camping L‘Apricorno (Tavarnelle Val di Pesa – Toskana):
https://www.apicorno.com/

  • Besuch: 06.2021
  • Schon die Anfahrt führte uns zwischen Hügeln und Wäldern gefühlt ins Nirgendwo. Wir haben Bekanntschaft mit etlichen Tieren (Katze, Fuchs, Ziegen, Hunde, Käfer, Mücken,…) gemacht.
  • Preis: 25€/ Nacht für einen nicht wirklich ausgewiesenen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom (eigentlich sogar 30€, was ich persönlich übertrieben finde, für das, was NICHT geboten wird…)
  • Lage: sehr idyllisch zwischen Ziegenweide, Olivenhain und Wald. Das Duschhaus ist sehr „billig“ gebaut und die Duschen sind jetzt schon kaputt. Der Platz ist nicht fertig mit Kieselsteinen befestigt – wenn es also regnet (wie in unserem Fall), muss man sich ein bisschen durch den Schlamm wühlen.
  • Ausflugsmöglichkeiten: mit dem Fahrrad wäre man hier wohl am besten dran. Zu Fuß sind Spaziergänge sehr angenehm, aber neben der engen kurvigen Straße geht es sich eher unsicher.
  • Einkaufsmöglichkeiten: in einem der Orte im Umkreis, oder man kauft Ziegenkäse, Honig und Wein direkt vom Betreiber 

Fazit: Wirkt recht neu – der Besitzer möchte sich hier sicher ein zweites Standbein aufbauen. Er ist bemüht, aber eben auch nur selten hier. Der Platz benötigt noch ein bisschen Liebe, damit er wirklich bequem und heimelig wird. Die Voraussetzungen sind gut.

Agricamping L'Apicorno

Campingplätze in Österreich

Seecamping Bregenz am Bodensee:
https://www.seecamping.at/

  • Besuch: 07.2021
  • Preis: 32,50€/ Nacht für einen frei wählbaren Stellplatz mit Fahrzeug (VW Bus ohne Hochdach geht als PKW durch) + 2 Personen mit Strom
  • Die Website wirbt damit, dass man bei ihnen immer einen Platz findet, und ich muss sagen: ja, sie haben Recht. Das Areal liegt nur 15min zu Fuß von der Bregenzer Innenstadt und 5min vom Ufer des Bodensees entfernt. Es ist eine große Wiese mit einigen geschotterten Wegen und Markierungen zwischendurch. Vorteil: man sucht sich ein Plätzchen nach Belieben: nahe am Duschhaus, nahe am Eingang, eher im Schatten, ganz am hinteren, ruhigen Ende… Wir sahen auch viele Back- oder Bikepacker mit kleinen Zelten. Nachteil: die Wiese war durch starke Regenfälle recht matschig; man sinkt mit dem Auto ein und watet durch den Dreck. Außerdem gab es eher wenige Stromkästen, die man sich teilen muss. Bei geringem Andrange kein Problem – bei starker Auslastung eine kleine Herausforderung.
  • Lage: man fährt direkt in Bregenz von der Autobahn ab, und ist 5 Minuten später schon am Ziel. Die Lage ist perfekt für jegliche Aktivitäten und der Platz bietet Schatten und Sonne, ein Restaurant und die wichtigsten Lebensmittel.
  • Ausflugsmöglichkeiten: eigentlich kann man alles machen. Ausflüge mit dem Fahrrad sind besonders empfehlenswert; die Radwege sind super ausgebaut und beschrieben. Man kommt aber auch zu Fuß schnell nach Bregenz in die Innenstadt, zur Seebühne und zum Fährhafen. Ufer und Strände gibt es sehr viele – diese sind aber entweder wiesig oder steinig. Trotzdem schön. Man ist schnell in Deutschland und der Schweiz. Das Rheindelta liegt nur ein paar Minuten entfernt.
  • Einkaufsmöglichkeiten: man bekommt Grundausstattung am Campingplatz. Per Fahrrad oder zu Fuß ist man auch schnell überall.

Fazit: wenn der Platz nicht gerade überrannt wird, ist es angenehm locker, ruhig und entspannt. Die Lage ist ein Jackpot, länger anhaltendes Regenwetter tut dem wiesigen Platz aber nicht gut. Mücken gibts dann auch ohne Ende.

Seecamping Bregenz

Camping Krumau (Krumau am Kamp):
https://www.waldviertel.at/camping/a-seecamping-in-krumaukamp

  • Besuch: 08.2020
  • Preis: 17€/ Nacht für kleinen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen ohne Strom
  • Netter Platz am Flussufer, viele Dauercamper und eingeschworene Community. Preis minimal, dafür sind sogar die Duschen noch extra zu bezahlen.
  • Lage: Etwas schwierig erreichbar im hügeligen Kamptal. Beliebter Badeort mit großer Liegewiese bei den Einheimischen, sehr ruhig und idyllisch in der Nacht.
  • Ausflugsmöglichkeiten: nur mit dem Auto, bzw. zu Fuß in den Ort (Krumau), wo es aber außer zwei Buschenschanken nicht viel zu sehen gibt. Bootsverleih am Campingplatz.
  • Einkaufsmöglichkeiten: nur mit dem Auto, aber eine Gaststätte gehört zum Campingplatz

Fazit: ziemlich verschlafen, perfekt zum Ruhe-Suchen

Camping am Biobauernhof (Friedreichs):
https://camping-am-biobauernhof-claudia-binder.business.site/

  • Besuch: 08.2021
  • Preis: 23€/ Nacht für Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen „all inclusive“
  • Ein wirklich friedlicher Platz im Hügelland des Waldviertels, sehr klein (nur 5 ausgewiesene Stellplätze mit Strom und einige sonstige Möglichkeiten zum Parken oder Zelten. Alles ist self service. Die Anmeldung und die Modalitäten sind ausgehängt. Bezahlt wird bar im Kuvert. Uns hat ein engagierter Dauercamper eingewiesen 😉
  • Lage: mitten im hügeligen Waldviertel. Dort sagen sich wirklich noch Fuchs und Hase gute Nacht. Das „Dorf“ besteht aus drei Bauernhöfen und etwa fünf weiteren Gebäuden. Der Biobauernhof der Familie Binder zieht sich über ein großes Areal von der Straße unten über den Hügel hinauf.
  • Ausflugsmöglichkeiten: mit dem Auto bzw. mit dem Fahrrad kommt man recht gut in die umliegenden Orte – zB Großpertholz oder Weitra.
  • Einkaufsmöglichkeiten: ein paar Kleinigkeiten kann man direkt bei der Familie kaufen (Milch, Honig, Gemüse, je nach Saison). Die Bäurin hätte uns abends sogar ein Bier spendiert. Ansonsten mit dem Auto oder Fahrrad im nächsten Ort.

Fazit: wenn nicht gerade das Feld nebenan bestellt wird, ist es dort sehr sehr idyllisch. Die Perseiden konnten wir dort auch gut beobachten! Die Anlage ist gepflegt und sauber.

Camping Draufluss (Spittal an der Drau):
http://www.drauwirt.com/Drauwirt-GER/index2.htm

  • Besuch: 08.2020
  • Preis: 30€/ Nacht für den frei wählbaren Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen ohne Strom
  • Netter, etwas verschlafener Platz am Flussufer. Stellplätze im Gras unter Obstbäumen, sehr idyllisch, aber das Fallobst im Spätsommer stört ein bisschen und zieht Wespen an. Freie Platzwahl, nicht viel Schnickschnack, anscheinend ein beliebter Platz für Durchreisende.
  • Lage: 2km vom Zentrum von Spittal an der Drau entfernt, Autobahn nicht weit.
  • Ausflugsmöglichkeiten: zu Fuß nach Spittal, mit dem Fahrrad am Fluss entlang, oder sogar mit dem Boot
  • Einkaufsmöglichkeiten: Supermarkt in 500m Entfernung, Gaststätte (Frühstückspension) gehört zum Campingplatz

Fazit: günstig, etwas altmodisch und unaufgeregt

Campingplätze in Schottland

Camping Barcaldine
https://www.campingandcaravanningclub.co.uk/

  • Besuch: 08.2019
  • Preis: 22£/ Nacht für Stellplatz mit Fahrzeug + 2
    Personen inkl. Strom
  • Lage: etwas außerhalb des Ortes liegt dieser wahrlich idyllische kleine Campingplatz direkt an der Hauptstraße. Durch eine hohe Mauer geschützt, hört man keinen Straßenlärm und fühlt sich angenehm abgeschottet.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Oban, Glencoe, und viele viele Inseln

  • Einkaufsmöglichkeiten: Möglichkeiten zum Essen und Einkaufen gab es viele in der Nähe, aber nicht wirklich fußläufig. Man braucht mindestens ein Fahrrad, denn die Hauptstraßen sind nicht Fußgänger-freundlich.

Fazit: sehr akkurat, fast etwas militärisch betrieben, bietet der Campingplatz alles, was man für ein paar ruhige Nächte benötigt

Camping Barcaldine

Camping Fort William
https://www.linnhe-lochside-holidays.co.uk/touring-and-camping/

  • Besuch: 08.2019
  • Preis: 25£/ Nacht für Stellplatz mit Fahrzeug + 2
    Personen inkl. Strom
  • Lage: etwas nördlich von Fort William direkt am Meer ist dieser Campingplatz in weiten Terrassen angelegt. Die Plätze sind gut geschottert und bieten jede Möglichkeit, sich fein einzurichten.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Dampfeisenbahn von Fort William nach Skye, Glenfinnan Viadukt, Ben Nevis Distillery, Wanderung auf den Ben Nevis, Isle of Skye, …

  • Einkaufsmöglichkeiten: Möglichkeiten zum Essen und Einkaufen gab es viele in der Nähe, aber nicht wirklich fußläufig. Man braucht mindestens ein Fahrrad, denn die Hauptstraßen sind nicht Fußgänger-freundlich.

Fazit: Dieser Campingplatz ist relativ groß und sehr ordentlich geführt. Man bekommt beim Check-In gleich noch alle Informationen zu Zügen, Fähren, dem Wetter und Brennereiöffnungszeiten dazu und fühlt sich gut aufgehoben.

Camping Fort William

Camping Ardmair
https://www.ardmair.com/

  • Besuch: 08.2019
  • Preis: 21£/ Nacht für Stellplatz mit Fahrzeug + 2
    Personen inkl. Strom
  • Lage: dieser Campingplatz liegt wunderschön fast kreisförmig am westlichen Ufer entlang. Jeder Platz im Außenring hat Meerblick und garantiert einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Die Stellplätze waren grasig, also auch etwas matschig, aber okay. Die Sanitäreinrichtungen ließen etwas zu wünschen übrig und waren nicht gerade auf Hochglanz poliert. Außerdem sehr zugig, sodass ich in der Dusche fast auch noch fror. Wir haben unsere Wäsche dort in einer großen Trockner-Maschine gewachen für ein paar Pfund.
  • Einkaufsmöglichkeiten: direkt im Rezeptionsgebäude bekommt man das Nötigste. Alles tip top.

Fazit: Der unglaubliche Ausblick hat mich über die Schwächen im Duschhaus hinwegsehen lassen.

Camping Ardmair

Camping Lairg – Woodend Caravan and Camping Site
…haben leider keine Website, weil der Platz so spartanisch und versteckt liegt und von einer gefühlt 90jährigen Granny betrieben wird 😉

  • Besuch: 08.2019
  • Preis: 12£/ Nacht für Stellplatz mit Fahrzeug + 2
    Personen inkl. Strom
  • Lage: Der Name ist Programm. Im allerletzten Winkel, kurz bevor die Straße in eine Schotterpiste übergeht, biegt man rechts hinauf in eine Wiese. Das an die „Weide“ angrenzende Gebäude wird von der Besitzerin bewohnt, die die recht rustikale Platzvergabe und Bezahlung vornimmt. Stehen kann man überall, wo man etwas ebene Fläche findet und einen Stromkasten in Reichweite hat. Das „Waschhaus“ hat etwas von einem alten Stallungsgebäude. Alles ist uralt, aber sauber gehalten. Die Dusche ist mit 10/20 Pence Stücken zu füttern und hat einen Timer, der uns ein paar Nerven gekostet hat – unbedingt Kleingeld dabei haben 😉
  • Einkaufsmöglichkeiten: wir haben zum Glück in Lairg noch einen Supermarkt besucht und das nötigste besorgt. Dort im Nirgendwo gibt es nichts.

Fazit: was man aus einer Schafweide und alten Nebengebäuden grad so alles machen kann… Idyllischer und ländlicher geht es kaum – das wussten auch Millionen von Midges!

Camping Inchnadamph

Campingplätze in Frankreich

Camping La Ville Huchet / Saint-Malo:
https://www.lavillehuchet.com/fr

  • Besuch: 09.2021
  • Preis: 22,50€/ Nacht für einen großen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom (Nebensaison)
  • Dieser Campingplatz war der einzige Platz mit mehr als zwei Sternen. Ich habe ihn mir eingebildet, Florian wollte eigentlich lieben folgenden Platz: https://www.camping-saintmalo.fr/ Abgesehen davon, dass wir das Schwimmbad nicht nutzten, war der Vier-Sterne-Platz recht unpersönlich und eigentlich viel zu weitläufig. Es gab zwar Klopapier (auf den Zwei-Sterne-Plätzen gibt es das nicht!) und das Personal war wirklich sehr zuvorkommend, aber ansonsten hätten wir vielleicht lieber den anderen Platz genommen – der wäre näher am Zentrum, bietet dafür aber etwas abschüssige Stellplätze am Hügel.
  • Lage: Am Stadtrand von Saint-Malo, ca. 25 Minuten mit dem Fahrrad vom Stadtzentrum entfernt. Sehr großer und großzügiger Platz, der ein Schwimmbad, ein Restaurant, viele Stellplätze und etliche mobile homes und andere Unterkünfte anbietet. Viele Bäume, viele Vögel und sogar ein Schloss befindet sich mitten im Campingareal.
  • Ausflugsmöglichkeiten: wenn man ein Fahrrad hat, ist man recht gut angebunden. Zu Fuß kommt man nicht sehr einfach ins Zentrum. Es gibt den Hafen (Rundfahrten im Ausflugsboot), Strände, Burgen und die Stadtmauer, den Altstadtkerne, kleine nette Stadtviertel, Museen, Kirchen uvm. zu erkunden. Wir haben zB das große Aquarium besucht.
  • Einkaufsmöglichkeiten: Kleiner Laden und ein Restaurant direkt am Areal. „Brötchenservice“ für den deutschen Reisegast  Ansonsten muss man ein paar Minuten an der viel befahrenen Hauptstraße entlangfahren, dann gibt es jedes Geschäft, das man sich denken kann: Supermärkte, Baumärkte, Sportgeschäfte, …

Fazit: nicht so persönlich und nett, dafür viel Platz und ein gutes Angebot an allem. Nicht teuer, aber fast etwas zu weit außerhalb der Stadt für uns.

Camping La ville Huchet

Camping Men-Du / Carnac:
http://www.camping-mendu.net/

  • Besuch: 09.2021
  • Preis: 19,50€/ Nacht für einen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom (Nebensaison)
  • Ein kleiner, aber extrem feiner Campingplatz mitten im Örtchen Carnac. Man findet zwar kaum die Einfahrt, und dann auch wieder schlecht heraus, weil alles etwas verwinkelt ist, aber genau das macht den Charme aus. Plus ein sehr netter, unkomplizierter Betreiber, ruhige Nachbarn und sehr viele nette kleine Details in den Sanitäranlagen.
  • Lage: etwas terrassenförmig vom Hügel hinab angelegt, bietet der Platz viele kleinere Spots, die für allzu große Raumschiffe nicht optimal sind. Wir im VW Bus hatten ein perfektes Plätzchen mit Morgensonne und Abendsonne – das war im doch schon herbstlichen Wetter sehr sehr angenehm.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Carnac ist das El Dorado der monolithischen Kulturstätten in der Bretagne. Wo man auch hinfährt, man kommt an einem Dolmen, Tumulus oder an riesigen Hinkelsteinen (Menhire) vorbei. Wir haben uns die tollsten Punkte ausgesucht und uns eine eigene kleine Route zusammengestellt. Es gibt ein tolles Radwegenetz und viele kleine Waldwege zum Fahren!
  • Einkaufsmöglichkeiten: im Dorf gab es einige Geschäfte, mit dem Fahrrad allesamt in wenigen Minuten erreichbar. Sogar einen 24/7 Markt mit Self Service Kassen haben wir besucht. Am Campingplatz direkt gibt es nichts.

Fazit: Fazit: Wir wären gerne noch eine weitere Woche geblieben…

Camping Carnac

Camping Domaine de la Nature / Vailly-sur-Aisne:
https://camping-domainedelanature.fr/

  • Besuch: 09.2021
  • Preis: 20€/ Nacht für einen großen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom (Nebensaison)
  • Wir haben einen Zwischenstopp für eine Nacht gesucht. Begrüßt wurden wir von Hund, Katze und Huhn, und einer Dame, die nicht Englisch sprechen konnte, und ihren Mann holte 😉
  • Lage: Ein ruhiges Plätzchen zwischen Dorfkern und Kanal, nicht allzu weit entfernt von Reims. Es war alles sehr schlicht gehalten und machte den Eindruck, als würden dort auch Jugendgruppen gerne campen. Auf der anderen Seite des Haupthauses waren einige Stellplätze und viele Dauercamper. Alles grün und akkurat.
  • Ausflugsmöglichkeiten: haben wir jetzt gar nicht so sehr ausgelotet. Aber am Kanal entlang führt ein netter Radweg, der sicherlich zu der einen oder anderen Tour einlädt.
  • Einkaufsmöglichkeiten: im Dorf gab es einen Supermarkt, generell sah es aber nicht sooo gut aus mit Shopping.

Fazit: der direkte Blick auf den Kanal und das viele grün geben dem Platz eine sehr entspannende Atmosphäre. Im Hochsommer, bei Vollbelegung, könnte diese Idylle aber recht schnell verloren gehen. Trotzdem super für einen Stopover und Radausflüge.

Frankreich - Vailly-sur-Aisne

Camping Clos du Moulin / Graye-sur-Mer:
https://www.campingfrance.com/recherchez-votre-camping/normandie/calvados/graye-sur-mer/le-clos-du-moulin

  • Besuch: 09.2021
  • Preis: 20€/ Nacht für einen großen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom (Nebensaison)
  • Ein recht verschlafener kleiner Stellplatz neben einem alten Bauerngehöft. Viele Dauercamper, wenige Stellplätze. Alles etwas am altern, aber beschaulich und angenehm.
  • Lage: etwas versteckt in einem kleinen Ort, der nicht direkt am Strand liegt. Die Stellplätze waren fein hergerichtet mit Kies und Gras und geschützt von den Gebäuden den Bauernhofes. Das Sanitärhaus war über eine Treppe zu erreichen, denn der ganze Platz verteilte sich auf zwei Ebenen.
  • Ausflugsmöglichkeiten: Das gesamte Gebiet entlang der Küste ist bekannt (und schwelgt immer noch darin) für seine Bedeutung im Zweiten Weltkrieg. Die Alliierten landeten hier mit ihren Schiffen, es gibt eine Vielzahl an Denkmälern, Museen und kleinen historischen Stellen (Panzer am Weg zum Strand, Plakate an Laternenmasten, Einschusslöcher in Häusern, Soldaten-Friedhöfe, …) zu entdecken. Wir haben eine kleine Radtour nach Arromanches-les-Bains gemacht und uns am Weg dorthin die Austernfarmen und ein Museum (360° Cinema) angesehen. Mit dem Fahrrad kommt man super voran auf den kleinen Landstraßen.
  • Einkaufsmöglichkeiten: im Ort schon, aber am Campingplatz gab es nichts. Mit dem Fahrrad konnte man sich gut behelfen, wir haben es aber bevorzugt, schon am Weg zum Campingplatz mit dem Auto einen größeren Supermarkt anzusteuern.

Fazit: wirklich ein nettes Plätzchen, wo sich Fuchs und Henne gute Nacht sagen. Sehr nette Gastgeberin. Man merkte sehr, dass die Saison zu Ende geht und alles langsam einschläft.

Camping Clos du Moulin
Montespertoli - Toskana

Toskana mit Emil (03.06.2021)

Nach Öffnung der Grenzen und Aufhebung strikter Quarantänebestimmungen konnten wir endlich wieder legal nach Italien reisen. Theoretisch mussten wir für die Einreise ein Dokument ausfüllen und einen Antigentest nachweisen (auch, wenn man schon geimpft ist), in der Praxis interessierte sich an der Grenze aber niemand mehr für uns.

Also fuhren wir relativ gelassen und unbehelligt Richtung Toskana, um die Schönheit dieser Region im Frühjahr zu genießen. Wir mussten feststellen, dass es dieses Jahr auch in Italien relativ lange kühl und feucht war. Die toskanische Hügellandschaft erstrahlte daher nicht wie gewohnt in gelb und braun, sondern in satten Grüntönen. Wir haben uns jedenfalls darüber gefreut.

Tirol - Rom - Assisi - Siena - Tirol

Wir waren insgesamt eine Woche am Weg, wovon wir aber zwei Nächte nicht gecampt haben. Diese zwei Nächte haben wir in der wunderbaren und ungewohnt menschenleeren Hauptstadt Rom verbracht. Wir haben unseren Emil auf einem privaten Parkplatz abgestellt. Bewacht und/oder privat war uns bei der Parkplatzsuche sehr wichtig, denn ein hübscher, gefragter VW Bus wird in Großstädten schon mal gestohlen oder zumindest beschädigt beim Versuch, etwas Wertvolles im Inneren zu finden. In Rom selbst haben wir uns mit den Öffis und zu Fuß fortbewegt und in einem B&B geschlafen. Das B&B ist übrigens sehr empfehlenswert. Es besticht durch gute Lage, einen sympathischen „Vermieter“ und angenehmen WG-Charakter! Hier geht’s zur Website: https://www.jukeboxrooms.com/it/

Bevor wir in Rom Station machten, waren wir eine Nacht südlich von Florenz. Nach Rom haben wir noch zwei Nächte in Assisi, eine Nacht nördlich von Florenz und eine Nacht südlich des Gardasees verbracht.

Die Orte Rom, Assisi und Siena haben wir uns genauer angesehen. Mehr Kirchen haben wir nicht ertragen 😉 Ansonsten haben wir die Natur bewundert und einen Stopp am Stausee Lago di Bilancino eingelegt (an dem wir bei 30°C allen Ernstes mutterseelenalleine waren, weil in diesem See offenbar das Schwimmen verboten ist).

Lago di Bilancino
Lago di Bilancino
Toskana, Lago di Bilancino
Toskana, Lago di Bilancino

Tourismus

Corona hat den Tourismus in Italien bis 15. Mai 2021 komplett zum Erliegen gebracht. Wir haben nur zwei Wochen nach Entfall der Quarantänepflicht eine unglaubliche Leere erlebt. Touristenhotspots wie das Kolosseum in Rom, der Petersdom, die Sixtinische Kapelle oder der Dom von Siena waren nur spärlich besucht. Man konnte die Sehenswürdigkeiten in angenehmer Unaufgeregtheit bewundern.

Rom
Rom - Vatikanische Museen
Rom
Rom - Kolosseum
Rom
Rom - Trevi Brunnen
Rom
Rom - Erzbasilika San Giovanni in Laterano
Rom
Rom - Vatikanische Museen

Camping

Agri-Camping Cipollatico (Montespertoli): http://www.cipollatico.com/en/home-2/

Campingplätze in der Nähe von Florenz gibt es einige. Die meisten sind eher zweckmäßig angelegt, nahe der Stadt, damit man eine gute Anbindung hat – für Sightseeing. Unser gewählter Platz war 15 km von Florenz im Hinterland im kleinen Ort Montespertoli. Die Anfahrt war okay, das letzte Teilstück nicht asphaltiert einen kleinen Hang hinunter. Für recht große Camper nicht empfehlenswert.

  • Preis: 25€/ Nacht für einen passenden Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom
  • Lage: Der Platz selbst war eher klein (vielleicht 25 Stellplätze), bot aber eine ganz angenehme Aussicht über das Hügelland im Norden und schmiegt sich an den Hügel im Süden. Viele Bäume und etwas terrassenförmig angelegte Stellplätze – wirklich fein. Der Gastgeber – ein älterer „Roberto“, der vermutlich mal beim Militär war, zeigte uns bereitwillig und ohne Hektik den Platz und hieß uns mit Hund „Strike“ willkommen. Ein netter Pool mit Liegewiese und ein passables, etwas renovierungsbedürftiges WC und Duschhaus waren auch schon alles, was es zu sehen gab. Ansonsten konnte man noch Wein erwerben und auf der Veranda konnte man sicher auch einen Espresso haben.
  • Ausflugsmöglichkeiten: nicht weit von Florenz entfernt. Mit dem Fahrrad wäre es sicher nicht schwer erreichbar, aber etwas hügelig. Auf Öffis hätte ich mich nicht verlassen…
  • Einkaufsmöglichkeiten: im Ort ca. 1-2 km vom Campingplatz entfernt.

Fazit: Wir haben uns wohl gefühlt, auch wenn die Anlage etwas in die Jahre gekommen ist.

Agricamping Cipollatico
Agricamping Cipollatico
Agricamping Cipollatico

Camping Fontemaggio (Assisi):
https://www.fontemaggio.it/home/campeggio/

In der Vorsaison kann man hier sehr relaxed die Ruhe genießen. Zumindest dieses Jahr hat es noch sehr wenige Touristen hierher verschlagen, das wird sich vermutlich ohne Corona aber wieder ändern…

  • Preis: 24€/ Nacht für einen selbstgewählten Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom
  • Lage: sehr idyllisch gelegen etwas außerhalb des Städtchens Assisi am Hügel. Der Platz ist sehr weitläufig angelegt, terrassenförmig nach unten in 3 langen Zeilen. Es gibt nur ein Duschhaus, was bei Vollbelegung sicher etwas eng wird…
  • Ausflugsmöglichkeiten: per Rad und per pedes gibt es so einiges zu erkunden im Umkreis. Ein bisschen bergauf fahren/ gehen muss man aber schon mögen!
  • Einkaufsmöglichkeiten: in Assisi selbst – zu Fuß ca. 20 Minuten vom Campingplatz entfernt. Außerdem gibt es auch einen kleinen Laden mit Eisdiele und sogar ein Restaurant am Campingplatz.

Fazit: Wir werden diesen Platz sicher wieder besuchen, wenn es uns in die Gegend zieht. Der Ort Assisi selbst ist eines der nettesten und saubersten Plätzchen Italiens. Die Tiefebene im Süden und das Hügelland im Norden laden zu weiteren Erkundungen ein.

Camping Fontemaggio Assisi
Camping Assisi Fontemaggio
Camping Assisi Fontemaggio

Agri-Camping L‘Apricorno (Tavarnelle Val di Pesa):
https://www.apicorno.com/

Schon die Anfahrt führte uns zwischen Hügeln und Wäldern gefühlt ins Nirgendwo. Wir haben Bekanntschaft mit etlichen Tieren (Katze, Fuchs, Ziegen, Hunde, Käfer, Mücken 😉) gemacht.

  • Preis: 25€/ Nacht für einen nicht wirklich ausgewiesenen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen + Strom (eigentlich sogar 30€, was ich persönlich übertrieben finde, für das, was NICHT geboten wird…)
  • Lage: sehr idyllisch zwischen Ziegenweide, Olivenhain und Wald. Das Duschhaus ist sehr „billig“ gebaut und die Duschen sind jetzt schon kaputt. Der Platz ist nicht fertig mit Kieselsteinen befestigt – wenn es also regnet (wie in unserem Fall), muss man sich ein bisschen durch den Schlamm wühlen.
  • Ausflugsmöglichkeiten: mit dem Fahrrad wäre man hier wohl am besten dran. Zu Fuß sind Spaziergänge sehr angenehm, aber neben der engen kurvigen Straße geht es sich eher unsicher.
  • Einkaufsmöglichkeiten: in einem der Orte im Umkreis, oder man kauft Ziegenkäse, Honig und Wein direkt vom Betreiber 😉

Fazit: Wirkt recht neu – der Besitzer möchte sich hier sicher ein zweites Standbein aufbauen. Er ist bemüht, aber eben auch nur selten hier. Der Platz benötigt noch ein bisschen Liebe, damit er wirklich bequem und heimelig wird. Die Voraussetzungen sind gut.

Agricamping L'Apicorno
Agricamping L'Apicorno
Agricamping L'Apicorno

Sightseeing

Kolosseum in Rom:

Das Kolosseum ist neben dem Petersdom und dem Forum Romanum der wohl bekannteste Touristenmagnet Roms. Umso verwunderter waren wir über die wenigen Menschen, die gleichzeitig mit uns einen Besuch wagten. Ein Leitsystem führt den Besucher in einer Einbahnstrecke durch das Museum, hinauf zu den Zuschauerrängen und wieder hinein in den Bauch der Arena. Ein Audioguide erzählt wissenswertes, für richtiges Interesse empfehle ich einen Guide in Person.

Kolosseum Rom

Vatikanische Museen in Rom:

Die vielen Ausstellungen, die hier geboten werden, überfordern den Geist. Wichtig ist es, sich im Vorfeld zu informieren und auszusortieren, was man gerne sehen möchte, und was man auslassen könnte. Wir haben uns für den „short track“ zur Sixtinischen Kapelle entschieden, der uns durch ein paar tolle Abteilungen wie etwa die Cartographie (immerhin auch noch gut eine Stunde Flanieren) direkt zum Höhepunkt brachte . Michelangelos Meisterwerk in der Sixtinischen Kapelle.

Vatikanische Museen Rom

Duomo di Siena:

 
Die „Cattedrale Metropolitana di Santa Maria Assunta“ ist mit ihrem charakteristischen dunkelgrünen und weißen Marmor eines der bedeutendsten Beispiele gotischer Architektur in Italien. Und ist im Inneren wunderbar reich an Bodenmosaiken und Gemälden.
Dom von Siena

Assisi

Dieses kleine italienische Städtchen ist für mich der Inbegriff von „Dolce Vita“. Es ist verspielt, geschmückt, überall Blümchen, sauber, hell und belebt. Das mittelalterliche Stadtbild mit Stadtmauer und Festungsruine „Rocca Maggiore“ ist noch gut erhalten und wurde im Jahr 2000 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt.
Die Basilica di San Francesco d’Assisi ist ein absolutes Highlight. Sie vermittelt wahre Spiritualität und ein gutes Bild über das Wirken des von Franziskus gegründeten Franziskanerordens bis heute.
Assisi

Wir hatten ein paar wunderbare Tage in Italien. Haben viel gesehen, gut gegessen und die Toskana in all ihrer Pracht genossen!
Arrivederci und bis bald 🙂

Assisi
Assisi
Selbstgebauter Küchenblock VW T5

Emil’s kitchen (01.05.2021)

Eine nicht unerhebliche Pandemie hat unsere Reisepläne in den Jahren 2020 und 2021 ziemlich zusammengeschrumpft. Kurzarbeit, Reisebeschränkungen und Ausgangssperren ließen uns viel Zeit, den Küchenblock für unseren T5 zu planen, alle Teile zu besorgen und schließlich alles zusammenzubauen.

Am Anfang war die Recherche

Man kann ja im Prinzip alles machen, man muss nur wissen, was man will. Es gibt eine große Bandbreite an Campingboxen, die man fix und fertig (und für sehr viel Geld) kaufen kann – zum Beispiel „Kalibox“, die uns als Inspiration gedient hat. Es gibt eine noch größere Anzahl an do-it-yourself-Videos im Netz, wo Küchenzeilen auf alle Arten und für alle Bedürfnisse selbst gezimmert werden.

Wir waren uns seit dem Schottlandurlaub einig, dass es zum Campen dazugehört, auch im Innenraum des Campers Kaffee kochen oder ein schnelles Rührei zaubern zu können. Regenwetter kommt vor und der Gasbrenner ist für uns ein „Außenkocher“. Daher musste ein Küchenblock für „innen“ her. Florian ist handwerklich ziemlich geschickt und nicht minder motiviert, also war schnell klar, dass die Indoorküche selbst gebaut wird.

Die Frage aller Fragen: Was brauchen wir?

Ein Gasbrenner im Inneren des Autos macht uns generell nervös. Wir möchten keine Gasflasche, Gasleitungen und Gasdetektoren im Auto haben. Daher haben wir uns für ein Induktionsfeld entschieden. Passendes Kochgeschirr ist dafür zwar nötig und in Campingformat nicht leicht zu finden, aber das ist es uns wert. Ein Induktionskochfeld ist relativ platzsparend und kocht sehr effizient.

Es benötigt aber in dieser kurzen Zeit eine Menge Strom, was eine Autobatterie (auch eine Zweitbatterie) nicht wirklich hergibt. Daher beschlossen wir, den Herd auf jeden Fall über den Landanschluss zu betreiben. Diesen mussten wir auch erst einbauen. Ich musste feststellen, dass das ist nicht nur ein Kabel ist, sondern auch Sicherungen, Wandler, Schalter und Anzeigen. Gut, dass Florian auch das im Griff hatte 🙂

Ein weiterer Pflichtgegenstand war das Waschbecken. Für die kleinen Spülarbeiten, die der Tag so mit sich bringt, zum Händewaschen zwischendurch und auch für Teewasser erspart das so einige Mühen. Das Waschbecken selbst, sowie zwei große Kanister für Frisch- und Abwasser mussten daher auch im Küchenblock Platz finden.

Am Ende geht es dann natürlich auch um Stauraum (der auch während der Fahrt alles zusammenhält), um Arbeitsfläche zum Kochen und Essen, sowie darum, das Spülbecken und die Herdplatte beim Fahren abzudecken.

Das alles musste unser Küchenblock in sich vereinen. Wir haben uns für eine sehr kompakte Variante entschieden. Sie kommt hinter den Fahrersitz und wird per Schienensystem mit vier Schrauben am Boden verankert.

Die Planung

Da Florian viel Erfahrung in Grafik und 3D Programmierung hat, war eine 3D Grafik des Küchenblocks natürlich ein Muss. Gute Planung sagt zwar noch lange nicht, dass in Wahrheit alles zusammenpasst, hilft aber sehr. Vor allem, wenn man wenig räumliches Vorstellungsvermögen hat. Die Nutzung des vorhandenen Platzes konnte so optimal auf unsere Wünsche angepasst werden. Wir haben dadurch neben Spülbecken und Herd auch ein Kästchen für die Wasserkanister, ganze vier Schubladen und zwei Steckdosen untergebracht.

Nach der Planungsphase kam die Bestellphase. Durch die Corona-Einschränkungen und, weil Camping-Fachhandel echt dünn gestreut ist, haben wir vieles online bestellt.

Das Holz und die Elektroteile haben wir großteils im Baumarkt besorgt. Bei 2x4m Siebdruckplatten waren wir froh, unseren Emil als Transportfahrzeug nutzen zu können 😉

VW T5 Bodenplatte Küchenblock

Bauphase

Florian hat seine Werkstatt  im Vorfeld noch etwas besser ausgestattet, dann gings auch schon los mit sägen, schleifen, bohren, dübeln, leimen und zwingen.

VW T5 Küchenblock Bau

Sitz(an)gelegenheit

Zu guter Letzt isst und kocht es sich ohne Hochdach im Sitzen am besten! Daher haben wir entschieden, den Beifahrersitz, den wir für den Einbau der Stromkonsole ohnehin abbauen mussten, gleich noch auf eine VW T5 Drehkonsole zu stellen. Abgesehen davon, dass die Sitzverkleidung noch etwas an die neuen Gegebenheiten angepasst werden musste, und der Airbag einmal ausgesteckt werden muss, funktionierte dieser Einbau ziemlich gut! Ergebnis: Was für ein Luxus!

VW T5 Drehsitz-Konsole

Kosten

Neben unzähligen unbezahlten Stunden in der Werkstatt haben wir auch eine ganze Stange Geld für das Material ausgegeben. Waschbecken mit Tauchpumpe und Kanistern, Herdplatte, verschließbare Schubladenknöpfe, Holz, Kabel, Steckdosen, Schaniere, unzählige Schrauben und Dübel, Bohrer und andere Kleinteile. Wir schätzen unsere Ausgaben auf ca. 600 Euro.

VW T5 Küchenblock

Als kleines Highlight hat die Induktionsplatte noch ein paar Luftlöcher in Form unserer geliebten Berge bekommen 🙂

Österreich mit Emil (20.08.2020)

Unseren zweiten kleinen Camping-Urlaub haben wir mehr oder weniger innerhalb der österreichischen Grenzen geplant.

Über Salzburg mit einem kurzen Abstecher nach Tschechien ging es ins Waldviertel. Über die Wachau weiter nach Wien und über Oberösterreich und das Dreiländereck bis an die Drau in Kärnten.

Gecampt haben wir nur die halbe Zeit, da wir viele Besuche bei Verwandten und Freunden eingeplant haben. Aber zwei kleine, versteckte Campingplätze haben wir doch gefunden. Es steckte schon ein bisschen Absicht dahinter, nach unbekannteren Plätzchen mit wenig Menschen zu suchen 😊

Zuerst haben wir an einem der Kamp-Stauseen in Niederösterreich gecampt. Und dann noch am Stadtrand von Spittal an der Drau, direkt am Fluss. Hier die wichtigsten Eckdaten:

Campingplätze

Camping Krumau (Krumau am Kamp):

  • Besuch: 08.2020
  • Preis: 17€/ Nacht für kleinen Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen ohne Strom
  • Netter Platz am Flussufer, viele Dauercamper und eingeschworene Community. Preis minimal, dafür sind sogar die Duschen noch extra zu bezahlen.
  • Lage: Etwas schwierig erreichbar im hügeligen Kamptal. Beliebter Badeort mit großer Liegewiese bei den Einheimischen, sehr ruhig und idyllisch in der Nacht.
  • Ausflugsmöglichkeiten: nur mit dem Auto, bzw. zu Fuß in den Ort (Krumau), wo es aber außer zwei Buschenschanken nicht viel zu sehen gibt. Bootsverleih am Campingplatz.
  • Einkaufsmöglichkeiten: nur mit dem Auto, aber eine Gaststätte gehört zum Campingplatz

Fazit: ziemlich verschlafen, perfekt zum Ruhe-Suchen

Special thanks to Oliver (mein Cousin) und Lisa, unsere Waldviertler Local Guides 🙂

Camping Draufluss (Spittal an der Drau):

  • Besuch: 08.2020
  • Preis: 30€/ Nacht für den frei wählbaren Stellplatz mit Fahrzeug + 2 Personen ohne Strom
  • Netter, etwas verschlafener Platz am Flussufer. Stellplätze im Gras unter Obstbäumen, sehr idyllisch, aber das Fallobst im Spätsommer stört ein bisschen und zieht Wespen an. Freie Platzwahl, nicht viel Schnickschnack, anscheinend ein beliebter Platz für Durchreisende.
  • Lage: 2km vom Zentrum von Spittal an der Drau entfernt, Autobahn nicht weit.
  • Ausflugsmöglichkeiten: zu Fuß nach Spittal, mit dem Fahrrad am Fluss entlang, oder sogar mit dem Boot
  • Einkaufsmöglichkeiten: Supermarkt in 500m Entfernung, Gaststätte (Frühstückspension) gehört zum Campingplatz

Fazit: günstig, etwas altmodisch und unaufgeregt

Leider war der Ausklang der Woche an der Drau von heftigen Gewittern überschattet. Die Tage zuvor war es aber fast schon ein bisschen zu heiß. Jedenfalls haben wir einige interessante Sehenswürdigkeiten besucht und dabei die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn gehabt:

Sightseeing

Salzburg

Die recht ausgestorbene Innenstadt (Corona und Hitze) versprüht einfach eine ehrwürdige Stimmung. Die hübschen alten Gebäude, großen Plätze, bekannten Cafés und Pferdekutschen (die armen Tier hatten schon ein bisschen zu heiß…), dazu der Burgberg und die Salzach… immer wieder einen Ausflug wert. Wir sind ein bisschen durch die Getreidegasse geschlendert und haben uns dann im Café Fürst einen Kaffee und – die echten! – Mozartkugeln gegönnt.

Salzburg - Mozartplatz
Salzburg Mozartplatz

Cesky Krumlov/ Krumau

Es ist einfach schön, dieses kleine tschechische Städtchen. Eingebettet zwischen Hügelland und der Moldau. Der Fluss ist hier noch relativ klein und fließt sehr langsam, weshalb diese Gegend ein Mekka für Kanu-, Boot- und Floßfahrer aller Art ist. Setzt man sich in ein kleines Restaurant direkt am Fluss (da Bier ist sehr empfehlenswert!), kann man die spaßige Meute vorbeitreiben sehen 🙂
Außerdem lohnt sich ein Besuch der Burg, mit ziemlich eindrucksvollem Ausblick über die Stadt.

Krumau an der Moldau
Krumau - Semmelknödel
Krumau - Kanu

Das Waldviertel

Ein kleines, beschauliches, landwirtschaftlich geprägtes Juwel im Norden Österreichs. Direkt an der tschechischen Grenze gelegen und fernab von Großstädten scheint hier die Zeit in manchen Dörfern auf den ersten Blick stehen geblieben zu sein. Man kann hier noch wirklich ruhige Plätzchen finden – wie zum Beispiel die Ufer des Kamp, der im Sommer immer für eine Abkühlung gut ist.

Waldviertel, AT
Waldviertel, AT

Die Garten Tulln

Dieser botanische Garten ist alles andere als ein Wildwuchs. Eingeteilt in kleine Parzellen, beschäftigen sich die Betreiber mit verschiedenen Themen. Angefangen vom kleinen Gartenbiotop, über Rosengärten und Hochbeete, bis hin zur bienenfreundlichen Gartenbepflanzung, werden hier vor allem heimische Pflanzen und deren „natürliches“ Umfeld ins rechte Licht gerückt. Zahlreiche Sitzgelegenheiten und sogar ein Aussichtsturm laden die Besucher ein, sich einen besonderen Einblick zu verschaffen. Eine Weinschenke gibt’s übrigens auch 🙂

Burgruine Dürnstein, Wachau

Die Wachau ist einfach ein Traum. Es ist am Radweg, aber auch auf einer Bootsfahrt immer wieder schön, die sich dahin mäandernden Ufer des Stromes abzufahren. Hinter jeder Schleife entdeckt man neue Schätze. Wir haben uns Dürnstein für einen Zwischenstopp auserkoren und bei ziemlicher Hitze die Burgruine erklommen. Der Ausblick war wirklich die Mühe wert! Zurück im Ort haben wir dann mit einem weißen Spritzer die Flüssigkeitsreserven wieder auftanken können!

Burgruine Dürnstein
Wachau - Blick von Dürnstein
Dürnstein
Dürnstein

Maltatal – Kölnbreinspeicher

Auf dem Weg von Oberösterreich nach Kärnten haben wir einen Abstecher ins Maltatal gemacht. Allein schon die Anfahrt Richtung Mautstraße mit Wasserfällen und echt idyllischer Landschaft, war sehr toll. Die Mautstraße selbst ist zwar nicht billig, aber ihr Geld wert. Es geht hinauf durch Tunnel und Kehren, immer weiter hinein zum Talschluss. Oben angekommen wartet eine Ausstellung zum Thema Stausee, Gebirge und Tal. Außerdem kann die dicke Staumauer abgegangen werden. Die Schwindelfreien können sich sogar auf die Plattform aus Eisengitter wagen, die einen Blick direkt in das Flussbett darunter zulässt!

Kölnbreinstausee, AT
Kölnbreinspeichersee

Spittal an der Drau

Hier haben wir unsere Rundfahrt gemütlich ausklingen lassen. Das kleine Städtchen hielt einen Töpfermarkt und nette Cafés für uns bereit. Über Osttirol und das Pustertal haben wir dann die Heimreise angetreten, nachdem das Wetter für eine Großglockner-Hochalpenstraßen-Fahrt leider zu unbeständig war.

Spittal an der Drau
Kalterer See

Camping mit Emil #1

Um unseren neuen VW Bus „Emil“ einmal Probe zu fahren, haben wir uns ein verlängertes Wochenende im Juli (17.-21.07.) ausgesucht. Wir sind nach Italien gefahren, wie es sich für den guten Durchschnitts-Tiroler gehört. Ja genau, Italien, sogar in die Lombardei, trotz Corona. Maskenpflicht in Supermärkten und beim Betreten von Restaurants sowie Fiebermessen an jedem Campingplatz in der Lombardei standen auf der Tagesordnung. Aber sonst hatten wir keine großen Einschränkungen. Es war eh alles wie zuhause 😊

Destination

Wir haben eine Runde um den Gardasee gemacht – eher spontan als wirklich geplant. Losgefahren sind wir in der Annahme, dass wir zwei Nächte in den Dolomiten (Marmolata) und zwei Nächte an der Drau verbringen. Aber in den Dolomiten wäre es in der Nacht einfach zu kalt gewesen (wir haben noch keine Standheizung und bei 8-10 Grad ist es mir zu ungemütlich im Bus) und für Kärnten war der Wetterbericht nicht so gut.

Am Ende waren es dann zwei Nächte am Stellplatz Gretl am See am Kalterer See, eine Nacht in Manerba del Garda am Camping Romantica und eine Nacht nahe Sirmione am Agri-Camping Mabellini.

Sirmione Beach

Auto

Da gibts gar nix zu meckern. Unser strahlend blauer Frühpensionist (BJ 2007) macht alles tadellos mit. Der Motor schnurrt, die Elektronik macht ihren Job und da klappert nichts. Egal ob Autobahn, Küstenstraße oder die engen Gässchen in den engen Örtchen am Berg. Auch die Markise (Fiamma) sitzt perfekt, das Bett ist gut und die noch recht spärliche Camping-Ausstattung war mehr als befriedigend. Wir haben einen guten Kauf gemacht (danke e-auto.tirol). Emil ist perfekt! Außerdem erregt er Aufsehen, weil er in seinem frischen Metallic-Blau fast wie neu aussieht!

Wir haben in den paar Tagen und nach einigen Gesprächen mit anderen Campern noch mehr Ideen gesammelt, wie wir ihn einrichten werden. Wir brauchen noch eine Standheizung, eine kleine Kücheninsel hinterm Fahrersitz, einen Kühlschrank-Hocker hinterm Beifahrersitz, ein Solarpanel, nettere Beleuchtung innen und ein klügeres Verstau-System im Kofferraum. Wir werden ihn in nächster Zeit optimieren und die Corona-Kurzarbeit nutzen, um hin und wieder einfach ein paar Tage wegzufahren.

Wetter

Besser kanns fast nicht sein. Es hatte 25-31 Grad, es war strahlend blau, und fast schon ein bisschen zu heiß zum Schlafen…

Tourismus

Wenige Touristen. Für Gardasee-Verhältnisse im Juli war der Ansturm wirklich überschaubar. Überall freie Parkplätze, freie Camping Spots, halb so viele Menschen am Weg wie gewohnt, und selbst am Strand war noch ein bisschen Platz – wobei am Wochenende natürlich auch viele Einheimische die Sonne dort genießen.

Camping

Stellplatz Gretl am See:

alles vollautomatisch (Check-in und Tor), freies Platzsuchen, unglaublich moderne und saubere Sanitäreinrichtung, ca. 40 Stellplätze, die gegen abends ganz gut gefüllt wurden. Bäume, nette Nachbarn, ruhig. 25€ die Nacht und alles sehr gechillt und ein bissl chaotisch. Man reguliert sich selbst. Ein wirklich toller Platz. Ausflugsmöglichkeiten sind mega – wir waren auf der Leuchtenburg und einmal um den See spazieren. Man könnte wunderbare Radtouren machen. Auch die Lokale sind ok. Einkaufsmöglichkeiten gibt es nicht, nur einen vollkommen überteuerten Touri-Supermarkt. Seezugang ist auch eher schlecht, weil viel Privatbesitz und abgesperrt ist, viel Schilfgürtel am Südufer und keine freien Flächen. Die Nachbarn am Stellplatz  am zweiten Abend waren aus Rum in Tirol. Sie haben uns ihren umgebauten Fiat Ducato gezeigt. Fazit: für den Preis ein echtes Highlight.

Camping Gretl am See

Camping Romantica:

riesengroß und fest in holländischer Hand. Wir glauben ja, die campen dort auf Dauer. Riesige Wohnwägen, Vorzelte und Boote, man hat fast Soap-Opera Feeling direkt beim Nachbarn. Eigentlich alle Pitches sind schattig, direkter Zugang zum Gardasee mit Promenade und Kiesstrand durch einige Tore im Zaun. Ca. 50€ die Nacht. Duschen und Klos sind okay, aber lieblos und auf Masse. Nicht mal Klopapier war da. Unser Stellplatz (Nr 20) war super fein luftig und schattig, ruhig in der Nacht und hatte Seeblick auch aus der dritten Reihe. Fazit: teuer, aber irgendwie fein.

Camping Romantica Manerba

Camping Mabellini:

nahe Sirmione direkt in den Weinbergen und Apfelplantagen. Ruhige Azienda, sehr sehr sauber und nett hergerichtet. Familiär und eher klein. 7x7m ohne Strom und Wasser ca. 35€. Kleiner Swimmingpool, Liegewiese, Terrasse, komplett neue und saubere Sanitäranlagen. Einziges Problem: die Bäumchen sind noch so klein, dass es am Stellplatz null Schatten gibt. Fazit: unglaublich nette Gastgeberin, familiäres Feeling, guter Preis und wir werden zur Apfelernte wieder kommen 🙂

Camping Mabellini

Sightseeing

Klausen – Säbener Kloster:

Klausen besticht durch eine nette kleine Altstadt, die altes Handwerk noch hochleben lässt. Es gibt eine Menge kleiner Läden und Lokale. Die Säbener Stiege führt etwas versteckt hinauf zum Weinberg über dem Stadtkern und ein steiles Wegerl (ein Kreuzweg – wie solls anders sein) weiter zum Kloster Säben. Sehr idyllisch ist es da oben. Es gibt einen Blumengarten, Bänke, einen Brunnen und Aussicht aufs Tal.

Klausen
Klausen

Ruine Leuchtenburg:

Es führt ein Forstweg direkt vom östlichen Seeufer hinauf zur Ruine. Schattig geht man dahin im Wald, trotzdem ist der Aufstieg nicht unanstrengend. Gehzeit vom See ca. 1h. Oben angekommen wird man mit einem wundervollen Rundum-Ausblick auf den See und das Tal hinter der Hügelkette belohnt. Man kann sogar über eine kleine Leiter in die Ruine hineingehen, sieht aber außer der Mauern nicht viel.

Kalterer See
Leuchtenburg

Westliche Küstenstraße:

Die Westküste entlang des Gardasees ist immer eine Fahrt wert. Ganz im Norden wird man mit einem herrlichen Blick von Torbole nach Süden – hinunter auf den See und die vielen Windsurfer – begrüßt. Die alte Straße aus Zeiten Mussolinis führt  immer knapp am Ufer entlang, durch etliche Tunnel und kleine Orte nach Süden. Es ist bei mäßigem Verkehr eine sehr schöne Strecke, vor allem für den Beifahrer! Zeit muss man dafür aber genug einplanen.

Gardasee

Sirmione:

Sirmione ist ein historisches Städtchen direkt am Seespitz im Süden des Gardasees. Normalerweise kommen tausende Touristen täglich hierher. Coronabedingt war die Anzahl fast angenehm. Es gibt viel zu sehen: nette Eisdielen und Cafés, alte Mauern und Statuen, Souvenirläden, den grandiosen Blick durch die Gärten auf den See, den Turm (kann man besichtigen) und am hintersten Ende der schmalen Halbinsel die Grotta di Catullo.


Sirmione

Cantina Franzosi und das Dolce Vita:

Es ist mein persönlicher Lieblings-Weinbauer auf einem Hügel am Westufer des Gardasees nahe Salò. Sie haben sehr gute Weine, Schaumweine, Grappa (in Eichenfass gelagert), tolles Olivenöl und andere Bei-Produkte frisch vom Weinberg (Pesto, Seife, Aufstriche, Marmelade). Man könnte den ganzen Tag verkosten, aber einer muss ja leider wieder heimfahren…

Franzosi
Dolce Vita
Dolce Vita
Essen Italien
Essen Italien
Kamtschatka

Expedition Kamtschatka (11.08.2018)

Eine Reise ans andere Ende der Welt

Die Idee entstand bei einem der vielen After-Russischkurs-Bierchen in Innsbruck. Schnell war klar, dass es einige Gleichgesinnte gab, die diese Reise ans andere Ende der Welt gemeinsam wagen wollten.

Die Planung begann im Dezember 2017, im August darauf sollte die Reise stattfinden. Um die Auswahl des Reiseveranstalters habe ich mich gekümmert, die Planung unserer Etappen haben wir dann gemeinsam vorgenommen – in stetigem Austausch mit dem russischen Incomer Kamchatin Tour. Den RUSSISCHEN Incomer habe ich deshalb ausgesucht, weil ich nicht so begeistert war von all den deutsch-sprachigen Angeboten, die mir teilweise unauthentisch und übertrieben teuer vorkamen. Außerdem sprechen wir ja ein bisschen Russisch und hatten daher auch im Internet eine größere Bandbreite an Auswahlmöglichkeiten. Die Auswahl hat sich als wirklicher Glücksgriff erwiesen, die Korrespondenz (die dann doch in Englisch stattfand) war relativ einfach und die Inputs waren eine super Hilfestellung. So haben wir uns einen zweiwöchigen Aufenthalt mit verschiedenen Exkursionen zusammengestellt, mit denen jeder einverstanden war.
Die Flugbuchung haben wir über ein Reisebüro (Lampe Reisen in Hall) gemacht, da wir feststellten, dass es gar nicht so einfach ist, mehrere Tausend Euro für mehrere Flüge per Kreditkarte zu bezahlen. Abgesehen davon habe ich festgestellt, dass Banken generell ziemlich skeptisch reagieren, wenn man mehrere Tausend Euro an einen russichen Incomer überweisen möchte. Nach mehrfacher Nachfrage und Versicherung, dass ich das WIRKLICH tun möchte, ging die Überweisung endlich durch und das Abenteuer war nicht mehr weit!

Flug: München – Moskau – Petropawlowsk Kamtschatski
Fortbewegung: Minibus und Kamaz
Unterbringung: Hotels und Basislager am Berg
Buchung über: Kamchatin Tour

Destination

Kamtschatka

Kamtschatka (Камчаткa) ist eine Halbinsel im äußersten Osten von Russland. Es liegt an der Beringsee, in der nördlichen Verlängerung der japanischen Inseln und hatte zu Eiszeiten eine Direktverbindung nach Alaska. Man merkt schon, wir sprechen hier von einer anderen Welt, genau genommen von einer Reise zur anderen Seite unserer Erde!
Das Land der Vulkane, Bären und Lachse hat uns einiges abverlangt. Zugleich hat es uns Einblicke in Naturspektakel und unberührte Landschaften geboten, die man als Europäer gar nicht zu träumen wagt. Auf 370.000 km2 Fläche (ähnlich wie Deutschland) leben gerade einmal 300.000 Menschen. Mehr als die Hälfte davon leben in der Hauptstadt. Der Rest ist pure Wildnis.

Mehr Infos zu Kamtschatka zB unter:
https://visitkamchatka.ru/

Du willst wissen, wo wir uns herumgetrieben haben?

Wir haben eigentlich nur einen sehr kleinen Teil Kamtschatkas gesehen. Es gibt dort nicht viel, vor allem nicht viele asphaltierte Straßen. Man kommt vor allem im Bergland nur im Schneckentempo voran. 30 Kilometer bedeuten schon mal 2 Stunden Fahrt, oder mehr. Sobald man sich aus der Hauptstadt entfernt, und die Nord-Süd-Achse verlässt, findet man sich auf holprigen, unbefestigten, schlammigen Pisten oder gar im steinig-ausgewaschenen Bachbett wieder. Kein Wunder, dass wir viele Stunden in unserem Touristen-Truck mit Traktorreifen und ohne nennenswerte Stoßdämpfung verbrachten…

Kamtschatka Kamaz

Unsere Exkursionen und Entdeckungen

Die Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski
Die Hauptstadt (Петропaвловск-Камчатский) war die erste und letzte Station unserer Reise. Naheliegend, weil man nur von hier einen Flieger nach Moskau besteigen kann. Dieser „Inlandsflug“ dauerte schlappe 10 Stunden. Ungefähr genauso groß war die Zeitverschiebung, sodass wir etwa um 15 Uhr abflogen, und um 15 Uhr wiederum in Moskau ankamen. Dieser vorletzte Tag unserer Reise war ein langer Tag!

In Petropawlowsk haben wir insgesamt fünf Nächte in zwei verschiedenen Hotels verbracht. Einige unserer Exkursionen konnten wir direkt von der Hauptstadt aus starten, darunter Bootsfahrten, Vulkanbesteigungen und ein Helikopterflug.

Aber auch kleine Spaziergänge, etwa zum Stadtstrand, zum Aussichtsberg oder einfach nur zum Abendessen in den „Food Court“ des Einkaufszentrums über der Markthalle, waren durchaus einzigartig. Einen halben Tag bekamen wir auch eine Stadtführung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Nicht zu vergleichen mit einer Stadtführung in Wien, aber auch kommunistische Statuen und rostige Hafenanlagen bergen einen gewissen Charme 😉

Kamtschatka - Petropawlowsk

Bootsfahrt in der Avacha-Bucht (Авачинская губа)
Vorweg: diese Bootsfahrt haben wir tatsächlich zwei Mal gemacht. Und das nicht, weil sie uns so gut gefallen hat, sondern, weil wir beim ersten Mal schlicht Wetterpech hatten. Regen, Wind, Wellen und Nebelschwaden… wir haben weder Robben noch Vögel noch sonst irgendein Tier zu Gesicht bekommen – naja, mit Ausnahme der Königskrabbe im Suppentopf…

Jedenfalls hat sich der zweite Anlauf, den wir beim Reiseveranstalter an einem der letzten Tage nochmal gebucht haben, wirklich gelohnt. Wir sahen hunderte Vögel, kamen sehr nahe an die Robben, durften angeln, schossen wundervolle Fotos und ein Crewmitglied hat uns sogar ein paar Meerestierchen aus der Bucht hochgetaucht. Ein wunderbarer Ausflug!

Kamtschatka - Bootstour Avacha Bucht

Schlittenhunde und Rentiere (Снежные псы)
In einem Land, das jeden Winter mehrere Monate unter einer dicken Schneedecke vergraben wird, ist es nicht verwunderlich, dass Schlittenhunde hoch im Kurs stehen. Diese hatten bei etwa 15°C und Sonnenschein sichtlich schon zu heiß, konnten es aber trotzdem kaum erwarten, vor den Schlitten gespannt zu werden. Was für ein Geheule 🙂

Auf der Farm etwas außerhalb von Petropawlowsk (Eyvet) leben gut 100 Hunde, 25 Rentiere, ein Beringia-Veteran und mehrere Nachfahren der „Ureinwohner“ Kamtschatkas, die von den Russen nicht komplett harmonisiert wurden. Lange, bevor sich die Russen die Halbinsel als strategischen Militärstützpunkt einverleibten, lebten hier Viechzüchter und Nomaden: Korjaken, Itelmenen, Ewenen, Tschuktschen und Aleuten. Viele wurden vertrieben, getötet oder eben unterworfen und russifiziert. Die alten Rituale der indigenen Bevölkerung feiern scheinbar nun eine Renaissance, es gibt Feste und Feiertage. Die angesiedelten „echten Russen“ nehmen diese gerne an. Man hat ja sonst nicht viel in dieser Gegend.

Wir konnten also auf der Farm die Rentiere füttern, die Hunde streicheln, den Gesängen der Ureinwohner lauschen, die die Naturgeister ehren und sogar eine Runde mit dem Hundeschlitten mitfahren. Wir bekamen in einer großen Jurte ein feines Mittagessen und Geschichten über das legendäre Hundeschlittenrennen Beringia und über tragische Begegnungen der Farmer mit den allgegenwärtigen Kamtschatka-Braunbären serviert. Folklore muss eben auch sein!

Kamtschatka - Sneshniye Psi

Die Thermalbecken von Malka (Термальные источники в Малкe)
Es geht doch nichts über ein feines Bad im warmen Wasser nach einer regnerischen Wanderung. Die Anlage ist sehr natürlich (um nicht zu sagen sporadisch) gehalten, es gibt zwei „Umkleidekabinchen“ und einen gepflasterten Weg. Den Rest muss man sich schon selbst zusammenreimen. Es gab wärmere und kühlere Pools, der wärmste bei ca. 40 Grad. Alle bis auf einen mochten das warme Wasser und gönnten sich etwas Wellness. Der kleine Abstecher ins natürliche Thermalbad unter freiem Himmel war uns sehr willkommen.

Kamtschatka - Malka Hotsprings

Lachsfischen im Fluss Bystraya (Сплав со спортивной рыбалкой по реке Быстрой)
Dieser Ausflug fing schon gut an. Mächtiges Hundegebell war unsere Begrüßung, die Miene unseres Guides Sascha war angespannt. Es sollte der Tag unserer zahlreichsten Bärensichtungen werden.

Geplant war eine gemütliche Bootsfahrt in den Seitenarmen des Bystraya Flusses, mit ein bisschen Fischen und einer wärmenden Fischsuppe am Ende. Bekommen haben wir einen Bären direkt neben dem Camp, einen kleinen Bären und eine Familie mit vier Bären während der Bootsfahrt am Ufer und ein ganzes Ruderboot voller Lachse (alleine in diesem Fluss tummeln sich sechs verschiedene Arten) inklusive Kaviar. Nur von der Fischsuppe war nicht mehr viel übrig, weil unser Guide Sascha und unser Bootsführer beim Lachsfischen fast die Zeit vergaßen 🙂

Kamtschatka - Bystraya River

Geothermie Kraftwerk Mutnowski (Дачные источники)
Unten Matsch, oben Wasser, dazwischen Dampf. Wasser marsch.

An diesem Tag hatten wir wohl das mieseste Wetter der ganzen Reise. Nach einer fast dreistündigen Fahrt auf einer holprigen Bergstraße kamen wir „am Ende“ der Straße an – beim Geothermie Kraftwerk im Mutnowski Massiv. Wir stiegen in voller Regenmontur etwas widerwillig aus und rutschen die schlammigen Wege zwischen dampfenden Fumarolen durch das Areal. Wir kamen am hinteren Ende an immerwährenden Schneefeldern an, die selbst vom heißen Wasserdampf aus dem Erdinneren unbeeindruckt sind. Wir waren nach unserer kleinen Wanderung vollkommen durchnässt, aber stolz – denn keiner von uns war im Schlamm ausgerutscht 😉

Kamtschatka - Mutnowski

Snow Valley (Снежная долина)
Das El Dorado der Heli-Skier. Hier verbrachten wir zwei Nächte in den Hütten, die offensichtlich auf große Schneemengen im Winter ausgelegt sind. Der untere Eingang ist bei 2-3 Meter Schnee wahrscheinlich nicht mehr in Betrieb, weshalb jede Hütte einen ersten Stock mit Treppe hat.

Vor einigen Hütten blubbern kleine Thermalpools vor sich hin. Es gibt doppelstöckige Garagen mit Auffahrtsrampe für Skidoos. Man kann in direkter Nähe mit dem Hubschrauber abheben zu den nahen Bergrücken.

Wir hatten auch im Sommer unseren Spaß mit dem Trockenraum in der Hütte, den wir für all unsere durchnässte Kleidung brauchten. Und dann gabs noch japanisches Bier und ein paar Gitarreneinlagen von unserem Fahrer und unserem Winfried in der Kantine.

Kamtschatka - Snow Valley

Viljuzinski Wasserfall (Вилючинский водопад)
„Zum Fürchten schön“ – sagt man so salopp dahin. Warum diese kleine Wanderung dieses Prädikat verdient?

Unser Bergführer war an sich ein sehr entspannter Typ. Er wusste mit unerfahrenen Wanderern umzugehen und war erstaunt über unsere Bergkondition 😉 Er war ein eher ruhiger Mensch. Aber als wir aus unserem Truck ausstiegen, um eine kleine Wanderung zum Wasserfall zu machen (als unerwartete Entschädigung, weil wir den Vulkansee nicht gesehen hatten), war er plötzlich aufmerksam, etwas steif und in Alarmbereitschaft. Grund: Bären. Er sagte uns, dass es Anzeichen gäbe und auch Berichte, dass sich in der Nähe Bären herumtreiben. Er klärte uns eindringlich darüber auf, wie wir uns verhalten sollten, wenn es tatsächlich zu einer Begegnung kommen sollte: Rucksäcke hoch, groß machen, als Gruppe groß wirken, laut sein und bloß nicht in verschiedene Richtungen durch die Gegend laufen!

Der Weg führte zwar über einen anfangs breiten Weg Richtung Schlucht, die dichte Vegetation links und rechts des Weges jagte uns (also mir auf jeden Fall) aber schon ein bisschen Angst ein…

Passiert ist zum Glück nichts, und wir kamen unversehrt am Wasserfall an. Plötzlich öffnete sich das Unterholz zu einem Canyon und leichter Sprühnebel empfing uns am Wasserfall. Beeindruckend!

Kamtschatka - Viljuzinski
Kamtschatka - Viljuzinski

Schwarzer Strand (Халактырский пляж)
Etwa 20 Minuten entfernt von Petropawlowsk gibt es einen faszinierenden Strand. Der Sand ist dunkelgrau bis schwarz. Das Vulkanpanorama ist beeindruckend. Man sieht weder Anfang noch Ende. Und – kaum zu glauben – es gibt dort sogar eine Surfschule.

Wir haben die Zeit für individuelle lange Spaziergänge genutzt und unseren eigenen kleinen Avacha Vulkan gebaut. Die Tanzkünste der Ahnen, die wir auf der Schlittenhundefarm gelernt hatten, wurden gleich angewendet und der Vulkan wurde geehrt 🙂

2020 gab es just an diesen Ufern eine gewaltige Umweltkatastrophe, die Kamtschatka in die Medien brachte:
https://de.euronews.com/2020/10/05/kamtschatka-mysterioses-massensterben-von-meerestieren

Kamtschatka - Schwarzer Strand

Und weil es so schön ist, hier noch ein kleiner Zusammenschnitt der traditionellen Tänze Kamtschatkas:

Die Vulkane

Gorely (Восхождение на вулкан Горелый)
Wenn einem das Wetter aber so richtig die Show vermiest…

Wir hatten erneut eine ewig lange Fahrt im Kamaz hinter uns. Wir kamen in einer kleinen Talsenke an, in der zwei weitere Trucks und sogar Zelte standen. Wir waren am Fuß des Vulkans Gorely. Diese Wanderung ist normalerweise besonders spannend, weil am oberen Ende, im Vulkankrater, ein ziemlich schöner See ist. Wir begannen den Anstieg, der ca. 2 Stunden dauerte, bei ein paar Sonnenstrahlen. Wir hatten aber nicht auf der Rechnung, dass im oberen Drittel eine riesige Nebelbank hereinziehen würde, die uns leichten Nieselregen bescherte und eine Fernsicht von 5 Metern. Und sie blieb. Unser Bergführer sagte uns zwar irgendwann, dass wir am Ziel wären (auf ca. 1800m) und „dort unten“ der Kratersee sei, aber naja, wir mussten ohne spektakuläre Aussicht leider den Heimweg antreten. Zwei Highlights: Wir sahen Hasen und einen buschigen Fuchs. Außerdem war der Abstieg durchs Schneefeld eine spaßige Rutschpartie.

Kamtschatka

Vazkashez (Треккинг к горе Вачкажец)
Definitiv inaktiv. Nichtsdestoweniger ein ziemlich cooler, fast kreisrunder Krater. Diesen erreichten wir nach einer etwa zweistündigen Wanderung durch dichte Vegetation, durchzogen von Bächen und zerklüfteten Abbrüchen. Die Botaniker unter uns waren hoch erfreut ob der Artenvielfalt, die diese Landschaft bot!

Es war unsere erste Wanderung. Das Wetter war feucht, die Böden matschig. Mücken waren überall… eine Gruppe Asiaten kam an uns vorbei mit Imkerhüten. Naja, sah blöd aus, war vermutlich aber effektiv. Gleich zu Beginn zeigte uns unser Guide Sascha ein paar Bärenspuren im Matsch. Er hatte seinen Sohn dabei (zwei Augen sehen mehr als eines) und trug Tarnkleidung… vielleicht hatte er auch eine Pistole dabei…

Kamtschatka - Vazkashez

Avacha (Восхождение на Авачинский вулкан) oder: wie wir das „Kamel“ bestiegen
Die Wetterprognose war schlecht. Wir stiegen dennoch in den Minibus und fuhren hinaus aus Petropawlowsk. Die Straßen wurden dünner, irgendwann bogen wir in einen schlammigen Waldweg ein. Dort blieben wir stehen – direkt vor unserem neuen besten Freund, dem Kamaz! Dieser dicke Bus sollte uns die weiteren Tage stetig begleiten. Er war riesig, vertrauenserweckend, und hatte im Innenraum eine richtige Heizung. Das einzige, was er nicht so hatte, war Stoßdämpfung.

Wir fuhren also los. Durchs Dickicht brachen wir durch in einen…Bach. Ein weites, stark ausgeschwemmtes Bachbett, momentan trocken. Die Felsbrocken und unterspülten Seitenwände, die Baumstämme und Niveauunterschiede steckte der Kamaz locker weg. Wir nicht so, physisch UND psychisch. Wir fuhren definitiv in die Wildnis. Es regnete in Strömen, und mit jedem Höhenmeter wurde es etwas unsympathischer draußen.

Auf nur ca. 900m Höhe waren wir am Ziel. Mondlandschaft. Wir waren im Basislager angekommen. Durch den dichten Nebel und peitschenden Regen sahen wir gar nichts. Wir hievten unser Gepäck in unseren Container: 5 Stockbetten, eine Heizung, ein Fenster und 9 Mann (Sascha schlief auch hier). Kuschelig. Dusche ist nicht. Plumpsklo ums Eck. Die Kantine war fast ein Ort des Überflusses 😉

Wir bekamen guten Plov, Bier und schwatzten den Babushki sogar noch ein Flascherl Vodka ab (den wir dann im Container trinken mussten, weil die netten Damen uns nach dem Abendessen hinausschmissen).

Der nächste Morgen war frisch, aber das Wetter war besser. Wir hatten am Vorabend entschieden, den ersehnten Vulkan (2741m) NICHT zu besteigen. Über 1500hm Anstieg auf einem windigen Kamm mit bröseligem Untergrund, oben Schneefelder, Wetter unsicher… wir haben uns vernünftigerweise dagagen entschieden. PS: Eine Gruppe Asiaten wagte den Versuch eines Aufstiegs. Wie die Ameisen sah man sie vom Lager aus am Grad aufgereiht entlang gehen. Nieselregen und Wind. Sie kamen bis zur ersten Pausenstation, dann mussten sie umkehren… PPS: Ich hatte mir eine miese Blasenentzündung eingefangen, und hätte mich sowieso nicht getraut, mitzugehen.

Wir frühstückten also nach einer kurzen Katzenwäsche im Freien sehr entspannt und starteten dann mit unserer Bergführerin zum „Kamel“ (Верблюд). Es war ein kurzer intensiver Ansteig auf dem gerölligen Untergrund. Der Kamelsattel war schon vom Basislager aus gut zu sehen. Das Wetter war wechselhaft, eher unfreundlich, aber wir hatten zumindest einen Gipfelsieg! Am Nachmittag wollten wir noch eine botanisch und geologisch angehauchte Wanderung auf einen benachbarten Hügel unternehmen, aber das Wetter zwang uns recht bald zum Umkehren. Zahlreiche Gebirgsblümchen, Schwarzhut-Murmeltier-Baue und Permafrost-Linien waren trotzdem spannend.

Abends durften wir noch einem echten Brauchtumsspektakel beiwohnen. Zu Ehren des Vulkans Avacha kamen Tänzer und eine große Anzahl an Einheimischen (die bei diesen Bedingungen sogar am Vulkan campten), um einen Feiertag zu begehen.

Kamtschatka - Avacha

Das absolute Ober-Highlight

Helikopterflug ins Tal der Geysire und zur Caldera Uzon (Вертолетная экскурсия в Долину Гейзеров и Узон)
Diesen ganztägigen Ausflug haben wir uns auf Option gehalten. Er hat mit gut 500€ einen tiefen Griff in die Reisekassa erfordert und jeder sollte am Ende selbst entscheiden, ob er dabei ist, oder nicht.
Sagen wir es so: es waren alle dabei, und ein NEIN darf man sich bei so einer einmaligen Gelegenheit fast nicht zumuten. Zumal wir gerade an diesem Tag so dermaßen traumhaftes Wetter hatten, als hätte eine höhere Macht nun doch Mitleid mit uns bekommen…

Los ging es am Flugfeld am Rande der Hauptstadt. Der alte Heli hatte Platz für gut 20 Personen, so saßen wir mit ein paar russischen Touristen gemeinsam im „Laderaum“. Wir bekamen Kopfhörer (und verstanden beim Start auch gleich, warum) und die schnelleren von uns ergatterten einen Platz an einem der kleinen Bullaugen.

Der erste Flug ging an Petropawlowsk vorbei, eine Ebene entlang hinein in die Welt der (teilweise aktiven) Vulkane. Wahnsinnige Aussichten wurden uns geboten! Nach etwa einer Stunde erreichten wir das  Massiv des Kronotsky Vulkans und landeten am Eingang zum Tal der Geysire. Schon die Landung war spektakulär, aber die geführte Tour durch dieses idyllische, dampfende, lebendige kleine Tal übertraf alle Hoffnungen. Wir waren im Himmel.

Was wir nicht wussten: es kann sogar NOCH schöner werden! Wir wurden nach der Tour (übrigens mit Ranger, der die Bärensituation ständig im Auge und die Gruppe zusammen behält) gebeten, den Hubschrauber wieder zu besteigen. Einen kurzen Flug später fanden wir uns in der beeindruckenden Caldera Uzon wieder, ein mächtiger einst kollabierter Vulkan, dessen Krater nun die Ausmaße von ca. 12km Durchmesser hat. Darin befindet sich ein dampfendes Paradies, das mit ausladenden Seen und übertrieben farbiger und üppiger Fauna und Flora beeindruckt. Wir gingen die Holzpfade entlang, wunderten uns noch über die junge weibliche Rangerin mit Gewehr, und sahen dann im fernen Grasland tatsächlichen einen Bären herumstreifen.

Wir machten uns nach viel zu kurzer Zeit wieder auf den Weg zum Hubschrauber. Auch der Rückflug hielt noch eine Überraschung für uns bereit: wir landeten nochmals zwischen in einem netten Reservat am Fluss. Wir bekamen ein spätes Mittagessen und die Gelegenheit, in ein Thermalbad zu gehen, zu fischen oder die Aussicht vom Fluss aus auf die Vulkane zu genießen.

Dann flogen wir wirklich zurück. Sahen sogar vom Hubschrauber aus nochmals Bären durch die Gegend ziehen und kamen vollgepackt mit außergewöhlichen Eindrücken wieder zurück in die Hauptstadt.

Kamtschatka - Tal der Geysire

Kleiner Tribut an unsere harmonische Truppe

Unser Grüppchen setzte sich aus 8 Personen zusammen. Vier von uns kennen sich schon einige Jahre aus dem Russischkurs in Innsbruck (Thomas, Andy, Fritz und ich). Weitere vier kamen aus Andy’s Familie und Freundeskreis dazu (Anna, Anna, Cilli und Winfried). Jeder hatte so seine Gründe, mitzukommen. Wie sich herausstellen sollte, war unsere kleine Expeditionsgruppe eine unglaubliche Bereicherung für uns alle. Wir haben gemeinsam das Beste aus unseren Tagen in Kamtschatka herausgeholt und hatten viel Spaß miteinander.

Guide Sascha
Laut Tourplan hatten wir einen Reiseleiter im Paket dabei – der auch wirklich nötig war! Erwartet haben wir einen steifen Russen, der nur wenig Englisch spricht und uns wie ein Militärhauptmann durch die Gegend scheucht. Bekommen haben wir einen knorrigen, quirligen „Sascha“, der uns gleich auf Deutsch angesprochen hat. Wir erfuhren, dass er gerne Bären jagt und zu jeder Situation hatte er eine spaßige Anekdote auf Lager.
Er hat wohl einige Jahrzehnte in Deutschland (im Exil) gelebt, bevor es ihn mit zweiter Ehefrau und Sohn in den extremen Osten Russlands verschlagen hat. Dort ist er nun als Reiseführer für Bärenjäger,  Lachsfischer oder weniger todeswütige Touristen tätig und freut sich seines Lebens. Vor allem Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum sind in den letzten Jahren mehr geworden, weshalb er immer etwas zu tun hat. Einmal mussten wir mit der Zweitbesetzung Vorlieb nehmen, weil Sascha zu einer spießigen Österreichergruppe abkommandiert wurde, die am Geothermie Kraftwerk wegen so ein bisschen Starkregens nicht mal aus dem Kamaz aussteigen wollten. Wir schon – und wir haben dafür postwendend Lob von Sascha bekommen!

Ein cooler Typ mit echten Nehmer-Qualitäten, Tarnanzug und ein bisschen Clown-Faktor!

Kamtschatka Guide Saschaa
VW T5

Emil – wir kaufen einen Campervan!